Landkreis Göttingen. Um den Plastikmüll in Deutschland einzudämmen, möchten die Grünen im Bundestag Einkaufsplastiktüten durch eine Abgabe verteuern – eine Initiative, die der Landkreis Göttingen unterstützt. Einen entsprechenden Vorstoß wollen die Grünen noch im Herbst dieses Jahres wagen. Bis zu 25 Cent mehr könnten die Tüten dann kosten, so Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion.
„Es ist vernünftig, den Plastikmüll einzudämmen, zumal es mittlerweile gute Alternativen zur Plastiktüte gibt“, beurteilt die Umweltdezernentin des Landkreises Göttingen, Christel Wemheuer (Grüne), das Vorhaben. Würden die Tüten teurer, überlege sich der Kunde, ob er weiterhin zur Tüte aus Plastik greife, so Wemheuer. „Ideal ist es, wenn die Papiertüte günstiger ist, als die aus Plastik.“ Denn häufig würden Konsumenten nach dem Portemonnaie entscheiden.
Ein schwerwiegendes Müllproblem gebe es im Landkreis allerdings nicht. „Tüten werden in der Regel nicht einfach auf Straßen oder in die Natur geworfen“, berichtet Wemheuer, „höchstens, wenn in ihnen illegal etwas entsorgt werden soll.“ Wie viel Plastikmüll im Landkreis tatsächlich anfällt, lasse sich nur schwer beziffern. 4000 Tonnen Müll sammele sich jährlich in den Gelben Säcken, die jedoch auch Metalle und andere Verbundmaterialien enthalten.
Laut Naturschutzbund verbraucht jeder Deutsche jährlich 65 Plastiktüten. Benutzt würde der Beutel im Durchschnitt nur eine halbe Stunde. In der Kritik stehen die Tüten auch in anderen Ländern. Ein Verbot, wie es etwa in China, Teilen Afrikas und Indiens gilt, hält die Umweltdezernentin jedoch für das falsche Modell: „Es geht hier nicht um hochgefährliche Stoffe.“ 2. SEITE
Von Alexandra Müller



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