Hann. Münden. Figuren, Installationen und Bilder grüßen den Besucher schon auf dem Außengelände: Die Kunst der Galerie Dreiklang versteckt sich nicht in abgeschlossenen Räumen. Sie steht mitten im Leben. Und das nicht nur auf dem Grundstück der Galerie in Hann. Münden.
Nina Geling und Ekkahart Bouchon werden auch in diesem Jahr ihre Zusammenarbeit mit Mündener Schulen fortsetzen.
An den Berufsbildenden Schulen soll gemeinsam mit Schülern ein vier Meter hohes Wandrelief aus Keramik, Emaille und Holz entstehen. Es ist dazu gedacht, eine Fassade der Schule zu schmücken. Das Motiv haben die Künstler der slawischen Mythologie entlehnt: Es ist der Falke, der im Märchen aus einem langen Schlaf erwacht, als eine Träne seiner Geliebten auf seine Schulter fällt und so der böse Zauber des Winters gebrochen wird. Der Landkreis finanziert das Projekt.
Kurzclip:
So wurde die Holzskulptur aufgestellt
Die Mündener Aktion sei eine Art Generalprobe, erzählen die Künstler. Denn mehrere Wandreliefs dieser Art wollen sie in Tschaikowski verwirklichen. Mutter Erde, der Kampf zwischen Gut und Böse und slawische Gottheiten liegen als farbenprächtige Entwürfe bereits vor. Die gerade mal 56 Jahre alt Stadt im südlichen Ural entstand am Reißbrett. Obwohl schön in die Landschaft eingebettet, haben die Plattenbauten doch eher wenig Charme. Das soll die Kunst ändern.
Zwischen Russland und Deutschland pendelt das Künstlerpaar ständig hin und her. Eigene Arbeiten zeigen die beiden zum Beispiel in Kaliningrad. Das ehemalige Königsberg sei sehr deutsch geprägt. Interessanterweise werde die Ausstellung dort im wesentlichen vom Deutschen Ritterorden finanziert.
Nina Geling mit der „Königin der Meere“, einer Märchenfigur im Stil farbenfroher Volkskunst, reich verziert mit Ornamenten, die immer wieder die Spirale als Symbol der Weiterentwicklung und Unendlichkeit wiederholen.Im dortigen Ozean-Museum stellen die Künstler mit autistischen Kinder ein Mobile mit Figuren aus dem Wasser her – ein Thema, das sie voraussichtlich parallel auch an der Grundschule am Wall in Münden anbieten wollen. Dieses und frühere Projekte mit hiesigen Grundschülern wiederum könnten sich beim Tag der Niedersachsen dieses Jahr in Duderstadt wiederfinden: Das Künstlerpaar bewirbt sich dort mit dem Thema „Natur und Stadt“.
Mittendrin steht auch die jüngste öffentliche Skulptur: Die stilisierte Frauengestalt hat eine dunkle und eine helle Seite und fand einen Platz im neuen Hospiz in Hann. Münden. (tns)



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