610.03.1010.03.10|Hann. Münden|
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Kreis Göttingen. Ein wohl niedersachsenweit einmaliges Projekt hat jetzt in der Region Göttingen begonnen: Erstmals arbeiten örtliche Hochschulen und Erwachsenenbildung gemeinsam und bilden demnächst zusammen Regionale Energiemanager aus.

Arbeiten zusammen: Eckhard Fangmeier (Bioenergiegenossenschaft Jühnde), Dr. Waltraud Bruch-Krumbein (Pädagogin) und Hubert Busch, LEB-Regionalleiter Süd Foto: Mühlhausen
„Wir betreten damit absolutes Neuland“, sagte Hubert Busch, Regionalleiter Süd der Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen (LEB), die das auf drei Jahre angelegte und mit 282 000 Euro aus europäischen EFRE-Mitteln geförderte Projekt koordiniert.
Mit im Boot ist neben Universität Göttingen sowie die Göttinger Fachhochschule HAWK auch das neu gegründete Centrum Neue Energien (CNE) aus Jühnde, das sich dem Transfer des im Bioenergiedorf Jühnde erworbenen Wissens verschrieben hat.
Jühnde biete für die angehenden Energiemanager die einmalige Gelegenheit, direkt vor Ort zu lernen und zu erfahren, welche Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung eines von Einwohnern umgesetzten gemeinschaftlichen Projekts entscheidend sind, so Eckhard Fangmeier, Vorstand der Jühnder Bioenergiedorfgenossenschaft.
Denn vermittelt werden solle in den Seminaren nicht nur Fachwissen, wie Dr. Waltraud Bruch-Krumbein als pädagogische Mitarbeiterin der LEB klarstellt. Vielmehr spiele auch die „Prozessgestaltungskompetenz“ eine große Rolle. Dahinter verbergen sich Fragen wie: Wie kann man alle Akteure zusammenbringen, um solch ein Projekt wie Jühnde umzusetzen? Wie geht man mit Problemen um? Und was ist zu tun, wenn sich die Gruppe auseinanderdividiert?
Der nicht abebbende Besucherstrom in Jühnde und die Rückmeldung aus den Besuchergruppen zeige, dass der Bedarf an kompetentem Personal da ist, sagt Fangmeier. Viele Ortschaften wollen örtliche Bioenergieprojekte umsetzen, mit dieser Ausbildung werde auch für Kommunen die Lösung von Problemen vor Ort besser möglich sein.
Aufgabe der Regionalen Energiemanager werde beispielsweise sein, die bei Bioenergieprojekten Beteiligten wie Kommunen, Planer, Landwirte, Betriebe und Privatpersonen zusammenzuführen und Prozesse zu moderieren, so Dr. Bruch-Krumbein. Auch die für die Kommunen demnächst umzusetzende Klimaschutzrichtlinie werde dazu führen, dass es einen Bedarf an qualifizierten Leuten geben werde. (phl)
Hintergrund: Noch 2010 soll es losgehen
Seit Januar läuft das Projekt, derzeit werden Inhalte und Strukturen der Fortbildung zum Regionalen Energiemanager erarbeitet. Im zweiten Quartal sollen diese dann der Öffentlichkeit präsentiert werden, sodass die Ausbildung im zweiten Halbjahr 2010 starten kann. Die Zusatzausbildung, die in Göttingen und zu Praxiseinheiten auch in der Umgebung stattfinden wird, richtet sich bewusst offen an nahezu alle Zielgruppen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium. Auch eine studienbegleitende Teilnahme an der voraussichtlich rund 1000 Euro teuren Ausbildung ist möglich. Innerhalb von zwei Jahren müssen 160 Unterrichtsstunden besucht werden, sodass es auch Arbeitgebern sowie Kommunen möglich gemacht wird, deren Mitarbeiter neben deren Tätigkeit weiterbilden zu lassen. Weitere Infos bei der LEB, Tel. 0551/820790. (phl)
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