Mit der Marwi auf der Weser

Für Kapitän Chrsitian Niemann ist die Fahrt mit schwerer Fracht flussabwärts eine Herausforderung

Mit der Marwi auf der Weser

1624.01.1024.01.10|Hann. Münden|
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Hann. Münden. „Irgendwie wird das schon laufen“, sagt Christian Niemann. Ganz wohl ist dem Kapitän des Motor-Binnenschiffs Marwi allerdings nicht bei dem Gedanken an das, was ihn heute auf der Fahrt die Weser hinab nach Minden erwartet.

Alles im Griff: Steuermann Christian Scharfenberg ist auch Herr des 1200 PS starken Dieselagregats der Marwi.

„Ich bin ja schon auf fast allen Flüssen und Kanälen in ganz Europa mit meinem Schiff unterwegs gewesen, aber so wenig Wasser wie hier habe ich noch nie unter dem Kiel gehabt“, sagt er.

Die Oberweser sei für den 33-jährigen Schiffseigner – einem der Jüngsten in ganz Deutschland – „bislang das Anspruchsvollste, aber auch das Schönste, was ich je gefahren bin“. Schließlich liebe er Herausforderungen wie diese.

Die Marwi ist eines von zwei Schiffen, die am ersten Schwertransport des Jahres die Weser hinab beteiligt sind. Mit seinen 82 Metern ist das 1972 vom Stapel gelaufene Binnenschiff zwar nicht das längste, mit 1615 Tonnen Ladekapazität aber das größte, das die Dreiflüssestadt jemals angelaufen ist.

„Auf dem Weg hierher hatten wir teilweise gerade mal 20 Zentimeter Wasser unter dem Kiel“, berichtet Niemann. Da sei ihm dann doch ganz schön mulmig geworden.

Und da sein Schiff mit dem gewaltigen, neun Meter langen, knapp sieben Meter breiten und rund 150.000 Kilo schweren Maschinenteil, dass er für die Hessisch Lichtenauer Firma Richter ins belgische Geel transportieren soll, eben diese 20 Zentimeter tiefer im Wasser liege, bedürfe die Fahrt schon genauester Planungen. Daher würden er und Lotse Heinz Guicking, der ihn bis Minden auf der Brücke unterstützen wird, den Wasserpegel ganz genau im Auge behalten.

Dass die Fahrt auf diesem engen und kurvenreichen Fluss gerade „talabwärts“, also mit der Strömung, alles andere als leicht wird, liegt aber nicht nur am verhältnismäßig großen Tiefgang der Marwi.

„Bei einer Geschwindigkeit von 14 Kilomtern pro Stunde haben wir einen Bremsweg von bis zu 500 Metern“, erklärt der Kapitän. Und das, obwohl sein Schiff auf dem modernsten Stand der Technik ist und über einen neuen, 1200 PS starken Dieselmotor und ein 280 PS-Bugstrahlruder verfügt, das ebenfalls für Bremsmanöver eingesetzt werden kann. Und so könne man eben nur hoffen, dass sich unterwegs keine unerwarteten Hindernisse auftun.

Weitere Infos zum Schiff: www.ms-marwi.de.

Bilder zum Schwertransport unter www.hna.de/foto

Von Per Schröter

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