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Milchbauern kämpfen gegen die Kälte – täglich zwei Stunden Mehrarbeit

Milchbauern kämpfen gegen die Kälte – täglich zwei Stunden Mehrarbeit

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Dransfeld. Der Winter ist derzeit Dauergast auf dem Bauernhof von Heike und Rainer Grünewald am Dransfelder Ortsrand. Täglich muss das Ehepaar mit seinem Mitarbeiter zwei zusätzliche Stunden einplanen, weil es winterbedingt Mehrarbeit gibt.

© HNA/Mühlhausen

Haben gut zu tun: Durch den Dauerfrost der vergangenen Tage müssen Heike und Rainer Grünewald mehr Zeit im Kuhstall verbringen, um ihr Vieh zu versorgen.

Wobei das Melken noch am wenigsten Probleme macht: „Wir haben, als wir 2006 diesen neuen Kuhstall gebaut haben, in das Melkhaus eine Fußbodenheizung eingebaut“, erklärt Rainer Grünewald. Bei Neubauten von Kuhställen sei bislang immer auf den Kuhkomfort geschaut worden, aber weniger auf den Komfort des Melkers.

Mit Heizung geht es

Beheiztes Melkhaus: Durch die Fußbodenheizung ist für Bauer Grünewald das Melken auch bei der Kälte kein Problem.

Das haben Grünewalds besser gemacht: „Auch wenn es mehr kostet und es in manchen Jahren nur wenige Wochen sind, in denen man es braucht: Durch die Heizung haben wir eine angenehme Temperatur, das macht die eineinhalb Stunden Melken leichter und schützt das Melkzeug vor dem Einfrieren.“ Wobei er mit „angenehmer Temperatur“ die etwa plus sieben Grad Celsius meint, die das Thermometer anzeigt - außen sind es derweil minus 18 Grad.

Und die Kühe? Die kommen mit den Temperaturen gut zurecht, ein deutlicher Indikator ist die auch bei Minusgraden gleichbleibende Milchleistung. Während Grünewald bei der Arbeit eine Wintermütze trägt, ist den Kühen ein Winterfell gewachsen. Der große offene Stall, in dem Grünwalds derzeit 90 Kühe melken, ist von der Umgebung lediglich durch eine Folienwand getrennt, die den mitunter hier auf der Dransfelder Hochebene scharfen Wind abhält.

„Die Kühe können trockene Kälte viel besser vertragen als die feuchte Wärme, die in den früher üblichen geschlossenen Ställen herrscht“, sagt Grünewald.

„Die Kühe können trockene Kälte viel besser vertragen als die feuchte Wärme, die in den früher üblichen geschlossenen Ställen herrscht.“

Die Kühe fressen trotz der Minusgrade gut, problematisch werde es für die Tiere erst ab minus 30 Grad. Eine Einschränkung gibt es allerdings: „Der Silomais, vor allem aber die Rübenschnitzel, frieren zu großen Brocken zusammen.“ Der Futtermischwagen könne dieses „Eisfutter“ zwar größtenteils aufbrechen, in der Futterraufe müssen die Kühe aber mitunter dann doch mit „Lutschbonbons aus Silomais“ klarkommen.

Weniger schön ist, dass bei eisigen Temperaturen auch die sonst eher flüssigen Ausscheidungen der Kühe am Boden festfrieren und sich nicht so einfach wie sonst

beseitigen lassen. Mitunter ist dann viel Handarbeit oder der Einsatz des Hofladers gefragt und manchmal hilft nur Warten auf wärmere Temperaturen. Das Areal um die Tränken hat sich derweil in eine bizarre Eislandschaft verwandelt. „Wir haben nur drei statt sonst sechs Tränken angeschlossen. Denn je mehr Wasser durch die Tränken fließt, desto geringer ist die Gefahr des Einfrierens.“

Zwei Stunden länger

„Alles in allem brauchen wir etwa pro Arbeitstag zwei Stunden länger für die Arbeit“, sagt Heike Grünewald. Aber darauf hätte man sich eingestellt. Schlimmer dran seien die Milchviehhalter, bei denen auch die Melktechnik einfriere und die dadurch einen ständigen Kampf gegen Väterchen Frost im Kuhstall führten. Dennoch: Böse wären Grünewalds nicht, wenn das Thermometer bald wieder Plusgrade anzeigen würde.

Von Christian Mühlhausen

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