Hann. Münden. Die Tillyschanze oberhalb von Hann. Münden soll als Ausflugs- und Touristenziel attraktiver werden, und auch Hochzeiten sollen dort ab Juni 2012 wieder stattfinden. Dazu lagen dem Ausschuss für Umwelt, erneuerbare Energien und Tourismus in seiner Sitzung am Dienstagabend drei Anträge zur Beratung vor.
Den Antrag der SPD-Fraktion, künftig wieder Trauungen auf der Tillyschanze zu ermöglichen, hat der Tourismusausschuss zur weiteren Beratung in den Finanzausschuss verwiesen. Er soll auch über kostendeckende Gebühren zur Gegenfinanzierung beraten. Wegen der Sanierungsarbeiten an der Tillyschanze hatten dort 2010 und 2011 keine Trauungen mehr stattgefunden. „Die Tillyschanze ist so weit saniert, dass Trauungen ohne Risiken durch Bauarbeiten wieder möglich sind“, heißt es in dem SPD-Antrag. 2009 hatten sich dort 21 Paare das Ja-Wort gegeben.
„Gerade Trauungen auswärtiger Paare mit größeren Hochzeitsgesellschaften stärken die Wirtschaftskraft der örtlichen Betriebe“, so die SPD. Hochzeitspaare und ihre Gäste seien bereit, viel Geld für das Fest auszugeben. „Im Wettbewerb der Kommunen um diese zahlungskräftigen Paare rücken außergewöhnliche Trauungsorte und Öffnungszeiten der Standesämter in den Mittelpunkt.“
Für den Verein Touristik Naturpark Münden ist die Tillyschanze derzeit für Touristen nur unzulänglich und über Umwege zu erreichen. Die bestehenden Wege würden den Anforderungen „die an Zugänge zu Sehenswürdigkeiten zu stellen sind“ in keiner Weise entsprechen. Der Naturpark schlägt deshalb vor, den alten direkten Hangaufstieg („ehemaliger Zick-Zack-Weg“) ausgehend von der Pionierbrücke wiederherzustellen. Die Tillyschanze sollte als zentrumsnahes Ausflugsziel gut erreichbar sein.
Dem hielt Susanne Hoffmann, Leiterin des Betriebes Stadtwald entgegen, dass im Zuge der Hangsicherung oberhalb der Bundesstraße 80 Netze gespannt worden seien. Es müsste eine Treppe in den Hang geschlagen werden, um die Tillyschanze zu erreichen. „Angesichts der Haushaltslage vollkommen unrealistisch“, sagte Hoffmann. Hann. Mündens Baudirektor Friedhelm Meyer stellte klar: „Den ehemaligen Zick-Zack-Weg gibt es nicht mehr.“ Er könne auch nicht mehr wiederhergestellt werden.
Jetzt will der Ausschuss bei einem Ortstermin im April die Lage selbst in Augenschein nehmen. „Wichtig ist, dass man dort vernünftig hochkommt“, sagte Dr. Manfred Albrecht (SPD), Vorsitzender des Ausschusses. Das Gremium beschloss, dass die Verwaltung beauftragt werde, nach Alternativen zu den bestehenden Wegen zu suchen, um die Tillyschanze auf möglichst kurzem Weg erreichen zu können.
Bei diesem Besichtigungstermin soll ebenfalls überprüft werden, wie die Sicht auf die Tillyschanze und von dem Ausflugsziel in Richtung Stadt verbessert werden könne. Hintergrund ist ein Antrag der SPD-Fraktion. Darin wird bemängelt, dass gerade in den Sommermonaten, wenn die Bäume Laub tragen, die Tillyschanze von der Stadt aus nur unzureichend für viele Tagesgäste zu erkennen sei, und sie deshalb auch keine spontanen Ausflüge dorthin unternehmen würden. Touristen seien aber für die dortige Waldgaststätte wichtig, die wiederum „weitreichende Turmöffnungszeiten“ garantiere.
Damit die Tillyschanze besser als heute zu sehen sei, etwa auch vom Tanzwerder aus, wo viele Touristen parken, müsste nach Angaben von Susanne Hoffmann deutlich mehr als ein Hektar Wald gerodet werden. Dafür sei eine Genehmigung der Naturschutzbehörde notwendig. Zudem müsste an anderer Stelle zum Ausgleich aufgeforstet werden.
Weiter müsste ein Gutachten eingeholt werden, um zu prüfen, welche Auswirkungen dies für den Hang an der Bundesstraße 80 habe. Susanne Hoffmann sieht insgesamt erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen.
Von Ekkehard Maass



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