Hann. Münden. Eine lebendige Partnerschaft sieht anders aus. Bereits im April 2005 titelte die Mündener Allgemeine: In Hackney ist Sendepause. Hackney, ein Stadtbezirk Londons, ist Mündens Partnerort in England.
In diesen Tagen, in denen es nach dem jüngsten Krisengipfel in Europa kräftig rumort und sich Großbritannien immer mehr zu isolieren scheint, überlegen einige Städte und Gemeinden auf der Insel, ob sie nicht Partnerschaften mit dem Kontinent zu den Akten legen sollen.
Für Münden ist das bereits geschehen. Einen Austausch gibt es nicht mehr. Das Interesse in Hackney an der Verbindung nach Südniedersachsen, so ist allgemein zu hören, war nie besonders ausgeprägt. Die Erinnerungen an die Beziehungen liegen sogar so weit zurück, dass nicht ganz klar scheint, wie das Konstrukt überhaupt einzuordnen ist. Nach Darstellung der Stadt Hann.Münden ist der Landkreis Göttingen formeller Träger der Partnerschaft. Auf der Homepage der Stadt Münden ist jedoch das Wappen Hackneys unter den Partnerstädten zu sehen.
Marcel Riethig, Sprecher des Landkreises, betont aber, dass die Partnerschaft über die Stadt Hann.Münden eingebunden worden sei. Der Internetauftritt des Landkreises verweist auch auf die Partnerschaft, die seit 1973 besteht. „Die Begegnungen mit Hackney konzentrierten sich in den letzten Jahren auf private Kontakte sowie Austausche zwischen Vereinen, Verbänden und Schulen“, heißt es auf der Homepage des Landkreises. Die letzte Begegnung liege aber fast ein Jahrzehnt zurück, bestätigt Riethig gegenüber der HNA.
Wenige, kleine Delegationen tauschten sich einst aus, sagt die städtische Pressesprecherin Julia Bytom. Auf breiten Schultern stand die Verbindung aber nie.
Macht es dann nicht Sinn, nun auch offiziell die Akte der leblosen Partnerschaft zu schließen? Eine Trennung sei vonseiten des Landkreises wirklich zu überlegen, sagt Sprecher Riethig.



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