Schutzsystem gegen Spionage:Rauschen im Laserstrahl

Schutzsystem gegen Spionage gilt als Musterbeispiel für Unternehmenskooperation

Schutzsystem gegen Spionage:Rauschen im Laserstrahl

306.08.1006.08.10|Hann. Münden|
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Hann. Münden. Als Normalbürger kennt man derartige Szenen nur aus dem Fernsehen oder dem Kino: Der feindliche Spion sitzt in einer leeren Wohnung, richtet sein Laser-Abhörgerät auf Fensterscheiben gegenüber und zapft damit ein drüben stattfindendes Geheimgespräch an;

© HNA/Schmidt

Ein braunes Keramikscheibchen ist das Herzstück des Anti-Abhörsystems.

dann äugt sein Killer-Kumpan durchs Zielfernrohr seines Sturmgewehrs, richtet das Fadenkreuz auf den Wortführer an und drückt ab...

Kaum zu glauben, dass diese Fiktion an vielen Orten der Welt eine durchaus reale Bedrohung darstellt – oder längst Wirklichkeit ist. Deshalb werden die Marktchancen wirksamer Schutzsysteme als sehr gut eingeschätzt.

Wie auf der Titelseite beschrieben, haben der Glasscheibenhersteller Isophon  (Gimte), das Adaptronik-Unternehmen ECAS (Göttingen/ Hann. Münden) und die HKS Sicherheitstechnik (Hardegsen/Adelebsen) gemeinsam ein System gegen Wirtschafts- und andere Spionage entwickelt, das auch Attentate verhindern hilft. Es sind neuartige Fenster- und Türglasscheiben, die extrem schuss- und durchbruchsicher und dabei von unerreichter Leichtigkeit sind, verbunden mit Schallwandlern, die Laser-Abhörgeräte so stören, dass Gespräche weder mitverfolgt noch aus Geräuschkulissen herausgefiltert werden können.

Das Radio braucht man nicht mehr aufzudrehen

Ein Clou dabei: Bislang musste, einfach gesagt, das Radio laut aufgedreht werden, wenn eine vertrauliche Gesprächsrunde Abhörversuche von draußen verhindern wollte. Das störte zwar den feindlichen Lauscher, aber auch die Gesprächsteilnehmer selbst. Der neue Wandler dagegen arbeitet still und leise, nur mit Hilfe von Schallschwingungen.

Bei der Präsentation dieser einzigartigen Kombination waren die Zuhörer denn auch tief beeindruckt. „Faszinierend“, sagte Landrat Reinhard Schermann, der zusammen mit dem Geschäftsführer der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen, Detlev Barth, gekommen war. „Ein Musterbeispiel für Unternehmens-Kooperation, bei der alle Teilnehmer ihre Ideen und Know-How zusammenbringen und daraus etwas ganz Neues entwickeln.“

Für Schermann ist die Zusammenarbeit ein weiterer Beitrag zur Vernetzung von Wissen und Innovation in und um Göttingen. Sie stärke Südniedersachsen im Wettbewerb der Regionen. So sieht es auch der WRG-Geschäftsführer: „In Sachen Innovation wird hier am Hochreck geturnt,“ veranschaulichte Barth. „Dies zeigt wieder einmal, welches Potenzial in unseren mittelständischen Unternehmen steckt.“

Die drei, die eine Idee verwirklichten: Isophon Glas GmbH

Die Gimter (70 Mitarbeiter) sind ein hochspezialisierter Fachbetrieb zur Herstellung von Glasprodukten, vor allem veredelten Gläsern für Fenster und Türen. Bislang einzigartig in der Branche ist der Einsatz von ungewöhnlichen Materialien wie dem Hightech-Kunststoff Polycarbonat. Er macht die neue Glas-Generation möglich, die für das neue Anti-Spionage-System verwendet werden.

 Sie ist in der höchsten Durchbruch- und Beschuss-Sicherheitsklasse eingestuft und widersteht selbst 7,62 mm-Vollmantelgeschossen, wie sie in Nato-Gewehren verwendet werden. Dabei sind die Scheiben wärmedämmend und erheblich leichter und langlebiger als alle bisher im Markt bekannten.

HSK Sicherheitsleistungen

Die Gruppe (500 Mitarbeiter) bietet unter anderem Ideen, Beratung und Dienstleistungen in Sachen Sicherheit. HKS-Experten entwickeln Konzepte für Kommunen, Unternehmen und Gebäudeschutz.

Neben personellen Sicherheitsleistungen kommen alle neuen Entwicklungen der Sicherheitstechnologie zum Einsatz. Videoüberwachung, Wärmesensorik und laseroptische Erfassung helfen bei Ermittlungen und bei der Überführung von Straftätern. Inzwischen wurde das Angebotsspektrum um Dienstleistungen im Datenschutz erweitert.

Europäisches Zentrum für Adaptronik

 Das Zentrum (kurz ECAS) erforscht und entwickelt Techniken zur Schwingungsdämpfung, etwa in der Luft- und Raumfahrt, der Maschinen- und Anlagentechnik und bei Straßen- und Schienenfahrzeugen. Dabei nutzt es Wandler aus intelligenten Materialien wie Piezo-Keramik, die elektrische Spannung in mechanische Dehnungen umsetzen.

Ein Scheibchen dieser Piezokeramik ist das Herzstück eines Geräts, das Schwingungen auf eine Tür- oder Fensterscheibe übertragen und damit Abhörversuche stören kann.

zurück zur Übersicht: Hann. Münden

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Radio in neuem Fenster starten.
Streaming-Links des Internetsenders: mp3 in 128kbit/s und aac in 48kbit/s.

Kommentare

Videosaus Hann. Münden

300NL4S1XjS5KP6_4F0ZEKch-atXF0F1Sn55G2RvXiv3uw./static/common/img/group24/videohttp://www.hna.de/videos/4133147200125618142001window

Fotostreckenaus Hann. Münden

zurück

vor

weitere Fotostrecken:

Meist gelesene Artikel

  • heute
  • 7 Tage
  • Meist kommentiert (7 Tage)
Archäologen entdeckten neue Spuren der Römer

Göttingen. Auf der Suche nach Spuren römischer Legionäre sind Göttinger Archäologen in Südniedersachsen erneut fündig geworden. Sie entdeckten 2011 mehrere Hinweise auf römische Truppen.Mehr...

Stadt und Landkreis streiten sich ums Geld

Landkreis Göttingen. Ein Streit ums Geld ist zwischen der Stadt und dem Landkreis Göttingen entbrannt. Die Universitätsstadt meint, dass ihr mehr Geld zusteht als mit dem Landkreis bisher vereinbart und hat daher den Finanzvertrag zum 1. Januar gekündigt.Mehr...

NachrichtenSportVideosMagazinServiceAnzeigenHNA-KartenserviceMeine HNA

Artikel lizenziert durch © hna
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.hna.de