Gimte. Gleich drei Ehrungen für 65-jährige Mitgliedschaft im Gemischten Chor Gimte gab es bei der Jahreshauptversammlung: Marga Ebel (91 Jahre), Ilse Dörhage (86) und Rolf Götze (88) halten dem Chor seit Vereinsbestehen die Treue.
Alle drei kennen noch die Zeiten, als es keine Nachwuchsprobleme gab. Für das Trio war der Grund zum Eintritt in den Chor nach dem Zweiten Weltkrieg, Gemeinschaft und eine ganz neue Form des Zusammenlebens zu erleben.
Zu guten Zeiten waren fast 130 Mitglieder im Chor, heute sind es 84. Die Hälfte ist passiv dabei, um den Verein zu unterstützen. Der Altersdurchschnitt liegt so zwischen 65 und 70 Jahren, zwei sind unter 60 einige über 80.
Den Mitgliedern, die jetzt singen ist es wichtig, das alte Liedgut, die deutschen Volkslieder, zu erhalten. „Wenn wir beim Geburtstagsständchen das Lied, wenn alle Brünnlein fließen, singen, dann freuen sich diejenigen darüber“, berichtet Dörhage.
„Ach wie gerne trällere ich das Lied im schönen Wiesengrund so vor mich hin, das kommt mir oft ins Gedächtnis“, sagt Marga Ebel.
Neben den Volks-, Wander-, und Heimatliedern beherrschen die Mitglieder auch Gospel, Musicals und Pop sowie Melodien aus Oper und Operette und ausgesuchten klassischen Stücken. Der Chor errang beim Wettbewerb des Mitteldeutschen Sängerbundes mehrmals das Prädikat Leistungschor.
„Wir wissen schon, dass die Chöre an dem alten Liedgut kaputt gehen“, sagt Götze. „Denn die jüngere Generation hat andere Vorstellungen von Chorgesang, sie will englische und moderne Songs“. Früher bestimmten auch die Chorleiter die Lieder, heute ist es der Liederausschuss mit der Chorleiterin Ursula Zakikhany.
Rolf Götze und Marga Ebel sind nicht mehr aktiv. „Ich hatte mir das Limit gesetzt, mit 70 Jahren aufzuhören und das habe ich gemacht“, erzählt Götze, der auch jahrelang Vorsitzender des Vereins war. Marga Ebel war bis 1992 aktiv und Ilse Dörhage singt noch im Chor.
Ihr Vater, August Rudolph, war bei der Gründung Vereinsvorsitzender. Später übernahm ihr Mann den Vorsitz. Nun ist ihre Tochter aktiv dabei und ihr Schwiegersohn im Vorstand.
Gerne erinnern sich die Geehrten an vergangene Zeiten als sie noch Walzermelodien im Pavillon in den Wallanlagen gesungen haben. Oder an die Freundschaft mit dem Chor l‘Echo de Moulin aus Sannois (Vorort von Paris). 1979 waren die Gimter zum ersten Mal in Sannois, die Franzosen ein Jahr zuvor in Gimte.
Daraus hat sich eine enge Beziehung entwickelt, jährliche Besuche zu Pfingsten im Wechsel standen an. Viele private Beziehungen haben heute noch Bestand. (zpy)



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.