Bühren. Vier Monate alte Hundewelpen tollen ausgelassen über eine Wiese und durch einen Bach, bekommen immer wieder ein Leckerli von Herrchen oder Frauchen zugesteckt, spielen, freuen sich und sind zufrieden. Was wie Freizeitbeschäftigung aussieht, ist in Wahrheit Unterricht.
Während die jungen Hunde zusammen spielen und toben, lernen sie nicht nur ein gutes Sozialverhalten, sondern bauen Selbstvertrauen auf und erleben Alltagssituationen wie die Begegnung mit Joggern, Radfahrern und Autos. Sie lernen fließende Gewässer, Brücken und Tunnel kennen und damit umzugehen.
Das ist das Ziel der WelpenSpiel- und -Prägungsgruppe in Bühren, die ein Angebot des Gebrauchshundesportvereins (GHSV) ist. Hier beginnt Hundeerziehung und -ausbildung schon im Alter von zwölf Wochen, grundsätzlich ohne Gewalt und im Sinne der Tiere.
„Den Hund zu bestrafen bringt nichts, denn er muss das Gefühl haben, dass er bei seinem Herrchen in Sicherheit ist.“
Hans-Jürgen Beister Vorsitzender des Hundesportvereins
Die Erziehung der Hunde erfolgt über das Prinzip der Belohnung, sie werden nicht bestraft, wenn sie etwas falsch machen. „Macht der Hund etwas gut, bekommt er als Belohnung ein Leckerli, Lob oder sein Spielzeug, je nachdem, worauf der Hund am stärksten reagiert“, erklärt Hans-Jürgen Beister, Vorsitzender des Vereins. Wenn die Hunde etwas falsch machen oder auf Kommandos nicht hören, wird das einfach ignoriert. „Den Hund zu bestrafen bringt nichts, denn er muss das Gefühl haben, dass er bei seinem Herrchen in Sicherheit ist“, so Beister weiter.
Die Basis der Hundeausbildung dauert etwas ein Jahr. „Das größere Problem befindet sich allerdings oft am anderen Ende der Leine“, sagt Hans-Jürgen Beister mit einem Augenzwinkern. Denn auch die Hundeführer müssten im Laufe der Ausbildung viel lernen und einsehen, dass sie selbst nicht fehlerlos und für manche Macken der Hunde selbst verantwortlich sind.
„Wenn ein Hund beispielsweise wegläuft, nicht mehr zu sehen ist und dann nach mehrmaligem Rufen wieder kommt, muss man ihn loben, dafür, dass er zurück gekommen ist und nicht mit ihm schimpfen weil er weggelaufen ist“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Das Weglaufen habe der Hund schon wieder vergessen, er sei nur noch mit dem Wiederkommen beschäftigt und verstehe nicht, warum er dafür bestraft wird.
Solche und andere hilfreiche Tipps im Umgang mit dem Vierbeiner erhalten Hundehalter beim Gebrauchshundesportverein in Bühren. Der Verein bietet verschiedene Ausbildungen, beispielsweise zum Begleithund oder zum Fährtenhund an, allerdings immer nur zusammen mit dem Hundehalter. Außerdem gibt es noch weitere auf das Alter der Hunde abgestimmte Lerngruppen. Die Trainer des GHSV Bühren besuchen regelmäßig bundesweit Lehrgänge und Fortbildungen, um in Sachen Hundeausbildung immer auf dem neuesten Stand zu sein.
Geübt und gelernt wird erst beim Spazierengehen, später auf dem Hundeübungsplatz. Bis zu dreimal in der Woche trainieren Mitglieder des Vereins und Gruppenteilnehmer auf dem Platz, die Welpengruppe für Hunde zwischen drei und sechs Monaten findet immer samstags ab 14 Uhr statt.
Weitere Infos zu Ausbildungsmöglichkeiten, Gebühren und Zeiten gibt es beim Gebrauchshundesportverein Bühren unter 05545/278 oder 05545/999853 und im Internet auf der Homepage des Vereins: www. ghsv-buehren.de.
Ein Video zur Welpenschule finden Sie im Internet unter www.hna.de/muenden
Von Wiebke Huck



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