Hann. Münden. Die sibirische Kälte dieser Tage macht Rolf Quer nichts aus. Der Postbote aus Lippoldshausen hat sein Rezept gegen die Minusgrade: Er zieht sich warm an. Gefütterte Stiefel, gestrickte Strümpfe, die über die Waden gehen - das ist für den 59-jährigen Familienvater Pflicht.
Dazu die gefütterte Dienstjacke aus Goretex, so komme er gut durch den Winter, sagt Rolf Quer. An den Handschuhen hat er die Kappen abgeschnitten, weil er sonst die Briefe nicht gut packen kann. Das gibt auf Dauer klamme Fingerspitzen, „geht aber nicht anders“, so der Postbote.
Lange Unterhosen zieht er erst bei zweistelligen Minusgraden an. Der Mann ist abgehärtet. Sonst wäre er auch nicht seit 45 Jahren unterwegs, um den Empfängern Post zuzustellen. Am Mittwoch war einiges drin im gelben Zustellwagen. An manchen Tagen ist der Bote mit 100 Kilo Post unterwegs, verstaut in drei Plastikkisten. „Heben Sie mal eine Kiste!“ Tatsächlich, ganz schön schwer.
Kurzclip:
Postbote Rolf Quer über seine Methode, der Kälte zu trotzen
Rolf Quer, der mit 14 Jahren seine Ausbildung bei der Post begann, liebt seinen Beruf. Er kennt seine Kunden, diese kennen ihn. Und ab zu bekommt er eine Tasse Kaffee zum Aufwärmen oder, wie gestern in einem Geschäft in der Langen Straße, ein kleines Stück Schokolade geschenkt. Der vierrädrige Zustellwagen mit Feststellbremse - gegen Schnee und Regen geschützt - sei optimal, so Quer.
Ungern erinnert sich der Lippoldshäuser an die Zeiten, als er noch mit dick bepackter Ledertasche Post austrug. „Da habe ich mir einen Bandscheibenvorfall geholt. Durch die einseitige Belastung.“
Rolf Quer teilt sich die Kernstadt mit einem Kollegen und einer Kollegin, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die anderen Zusteller, die auch Pakete und Päckchen ausliefern, sind motorisiert.
Morgens um sechs Uhr beginnt des Postlers Dienst. „Erst wird sortiert“, so Quer. Zwischen neun und halbzehn startet er seine Tour durch die Altstadt. Noch ein gutes Jahr hat der Postbote vor sich, dann geht er in Altersteilzeit. Bis dahin wird er aber in den Gassen der Altstadt noch viele Male hören: „Guten Morgen Herr Quer“.



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