1107.06.1007.06.10|Northeim|6 Kommentare
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Kalefeld. Zwei Jahre nach der spektakulären Entdeckung eines römischen Schlachtfeldes auf dem Harzhorn bei Kalefeld haben die Wissenschaftler jetzt eine Theorie, wer die Schlacht gewonnen hat.

Nach den derzeitigen Erkenntnisstand lasse sich aus den bislang entdeckten Funden schließen, dass die Römer siegreich aus der Schlacht hervorgegangen seien, sagt die Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne.
Insgesamt hätten die Archäologen inzwischen 1500 Fundstücke geborgen, die eindeutig von den Römern stammten. Die Untersuchungen des Geländes gehen kontinuierlich weiter, so dass noch zahlreiche weitere Funde zu erwarten sind. Im Sommer werden Archäologen der Freien Universität Berlin dort außerdem eine weitere Ausgrabung vornehmen.
Die Entdeckung des römischen Schlachtfeldes vor zwei Jahren war eine Sensation, weil es der erste Beleg war, dass die Römer noch über 200 Jahre nach ihrer Niederlage in der Varusschlacht groß angelegte militärische Vorstöße bis weit in das Innere Germaniens unternahmen.
Das Schlachtfeld, das in unmittelbarer Nähe der Autobahn 7 liegt, entpuppte sich auch deshalb als einzigartiger archäologischer Glücksfall, weil es – anders als bei anderen Gefechten in der Antike - von den Kombattanten nicht abgeräumt wurde. Da das Gelände auch nie landwirtschaftlich genutzt wurde, blieben die vielen Geschosse und Ausrüstungsgegenstände über Jahrhunderte im Waldboden liegen.
Die Forscher vermuten, dass die Römer damals trotz ihres Sieges die Lage weiterhin als brenzlig einschätzten und deshalb rasch weiter zogen, ohne die Hinterlassenschaften einzusammeln. Danach spricht inzwischen vieles dafür, dass die Schlacht am Harzhorn jene „Schlacht im Sumpf“ war, von der der Geschichtsschreiber Herodian (178 bis 250) berichtet. (pid)
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