Einbeck. „Das Landvolk im Kreisverband Northeim-Osterode ist zukunftsfähig aufgestellt.“ Mit dieser Botschaft verabschiedete sich der langjährige Vorsitzende Siegfried Sander (Dassensen) beim Landvolktag 2012 am Freitag im Einbecker Wilhelm-Bendow-Theater aus seinem Amt.
Nachfolger ist Hartmut Danne (61) aus Ührde bei Osterode.Die Neuwahl war bereits Ende vergangenen Jahres erfolgt. Der 67jährige Sander durfte wegen der Altersgrenze von 65 Jahren nicht erneut kandidieren. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Sander gab seinen Mitstreiterin vor über 400 Gästen aus Landwirtschaft und öffentlichem Leben vor allem einen Rat auf den Weg: „Seien Sie kompromissfähig. Lösungen müssen von allen Beteiligten tragbar sein.“
Der „Rübenmann“ Sander begann seine Laufbahn 1985 in Folge des Wiegeskandals der damaligen Zuckerfabrik in Northeim, als er die Führung des damals noch selbstständigen Kreisverbandes Einbeck übernahm.
1990 folgte die Fusion mit den Verbänden Bad Gandersheim und Northeim zum Landvolksverband Northeim-Einbeck und 2008 die zum jetzigen Verband Northeim-Osterode. Damit wurde er zum Spitzenvertreter von 1300 wirtschaftenden Betrieben mit einer Fläche von knapp 83 000 Hektar in den Nachbarlandkreisen Northeim und Osterode.
Mit Sander geht Ende Februar ein weiteres Urgestein in den Ruhestand. Landvolk-Geschäftsführer Willi Teutsch gibt nach 35 Jahren in Diensten des Verbandes sein Amt an Gerhard Rudolph ab. „Es gilt, die Landwirtschaft weiter zu stärken“, sagte Teutsch.
Der neue Landvolk-Vorsitzende Hartmut Danne kritisierte heftig den täglichen Verlust von rund 100 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Deutschland. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung dürfe wertvolles Ackerland nicht unwiederbringlich verloren gehen. Zur anhaltenden Diskussion wegen des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung sagte er, die Landwirte seien bereit, sie zu minimieren. Ein gänzliches Verbot dürfe aber nicht sein. Ein krankes Tier habe Anspruch auf Behandlung. Er forderte, diese Diskussion ohne Ideologien zu führen.
Er sprach sich zudem für die Erhaltung des Privilegs des erleichterten Bauens im Außenbereich aus. „Wir brauchen weiter größere Ställe.“
Plädoyer für Europa
„Setzen Sie sich für Europa ein!“ Diesen Appell richtete Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, in seinem Festvortrag an die Anwesenden. „Das ist unser Geschäftsmodell und unser Paradepferd,“ fuhr er fort. Trotz Krise sei Europa auf einem „phantastischen Weg“. Falls Europa auseinander fällt, befürchtet er eine Weltwirtschaftskrise. (zhp)



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