Northeim. Die Zukunft der Brenntage im Landkreis Northeim scheint fraglich. Die Kreisverwaltung hat in einem Widerspruchsverfahren die Regelung mit festen Brenntagen für Kreiensen gekippt.
Als Grund führt die Verwaltung unter anderem Gesundheitsgefahren an. Es sei nachgewiesen, dass es durch das Verbrennen pflanzlicher Abfälle zu hohen Schadstoffemissionen komme, „die die Gesundheit der Menschen und somit das Wohl der Allgemeinschaft massiv beeinträchtigen“.
Der Landkreis bezieht sich auf ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt in Sachsen-Anhalt, das die Luftbelastungen an Brenntagen genau unter die Lupe genommen hat. Die Experten aus dem Nachbarbundesland waren bei ihren Untersuchungen auf hohe Luftbelastungen durch Feinstaub gestoßen.
Besonders bei Inversions-Wetterlagen (kalte Luft am Boden, warme Luft darüber) mit wenig Wind könne es zu einem starken Anstieg der Feinstaubbelastung kommen. Auch eine Überschreitung des EU-Tagesmittelwertes für Feinstaubpartikel sei möglich, nimmt der Landkreis Bezug auf eine Untersuchung aus Sachsen-Anhalt. Die Landesregierung dort hat ein Brenntagsverbot trotzdem abgelehnt.
Außerdem führt der Landkreis an, dass genügend Möglichkeiten bestehen, die Grünabfälle zu entsorgen. So gibt es Annahmestellen für Grünschnitt. Zudem könne man die Bio-Tonne nutzen. So kostet eine 80-Liter-Tonne für Grünabfälle von April bis Oktober 34 Euro. Diese Kosten hält der Kreis für zumutbar.
Generell kann der Landkreis die Brenntage nicht verbieten, da dies Landesrecht ist. Grundlage ist die so genannte Brennverordnung des Landes, die Ende März 2014 ausläuft. Laut Kreisverwaltung gibt es in den Städten und Gemeinden verschiedene Brenntagsregelungen. Sie beruhen auf der Verordnung. Für ein Ende der Brenntage könnte also das Land sorgen, wenn es die Verordnung nicht verlängert.
Von Bernd Schlegel



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