2019.03.1019.03.10|Northeim|36 Kommentare
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Für Northeims Superintendent Heinz Behrends ist das Asylrecht eines der wichtigsten Themen in der Kirche. „Wenn wir das Asylrecht nicht mehr schützen, haben wir eine unserer Grundaufgaben aufgegeben.“ Die Kirche sei sich darüber im Klaren, dass die Gewährung von Kirchenasyl ein Rechtsbruch sei. „Wir tun das nicht gerne.“

Gotteshaus als Bollwerk: In der Moringer Liebfrauenkirche hat die Roma-Familie zunächst Zuflucht gefunden. Archiv-Foto
Das Vorgehen der Verantwortlichen der Moringer Trinitatis-Gemeinde findet seine volle Unterstützung. „Bisher haben sie alle Schritte richtig gemacht und sind sehr besonnen vorgegangen.“ Genau dies ist nach seiner Erfahrung wichtig: „Man muss da realistisch und nüchtern herangehen.“
Die Gemeindeverantwortlichen müssten sich im Klaren darüber sein, dass sie sich auf einen unsicheren Weg eingelassen hätten. Ob die Familie tatsächlich am Ende dauerhaft in Deutschland bleiben könne, sei angesichts der rechtlichen Situation noch völlig offen. Die Strategie des Kirchenasyls ziele darauf ab, Asylsuchenden den nötigen Raum für eine rechtliche Klärung ihrer Situation zu verschaffen.
Behrends hat sich selbst einen Eindruck von der Roma-Familie verschafft, die in der Moringer Kirche untergekommen ist. „Ich hoffe sehr, dass es für sie gut ausgeht.“
Der Superintendent erinnert auch daran, dass sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Moringen ein Konzentrationslager befand. „Dieser Ort hat eine besondere Verpflichtung für Menschen, die bedroht sind.“
Der Superintendent hat bereits einige Erfahrung mit Kirchenasyl. Diese stammen aus seiner Zeit als Pastor an der Marktkirche in Hannover, an der er ab 1985 knapp zehn Jahre tätig war.
Damals habe die Innenstadtkirche ständig im Blickpunkt von Asylsuchenden gestanden, erzählt Behrends. Strukturell sei man daher jeden Tag auf derartige Asylersuchen vorbereitet gewesen.
Die heutige Kirchenasylbewegung entstand Anfang der 1980-er Jahre als Reaktion auf die weltweite Zunahme der Flüchtlingszahlen. Das erste Kirchenasyl gab es 1983 in Berlin-Kreuzberg. Dort gewährte eine Gemeinde drei palästinensischen Familien aus dem Libanon Zuflucht vor der Abschiebung. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Kirchenasyle stark reduziert. (pid)
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