Northeim. Äußerst zufrieden zeigen sich die Rübenbauern der Region über die abgelaufene Rübenkampagne. Der Ertrag, so bilanzierte Joachim Engelke, Vorsitzender des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen in der Verbands-Winterversammlung in Edemissen, habe 15 Prozent über dem Durchschnitt vergangener Jahre gelegen.
Die Rübenkampagne 2011 sei für alle Beteiligten sehr erfreulich gewesen, fuhr der Verbandschef fort. Dies habe an den ungewöhnlich guten Anbaubedingungen gelegen. Die Aussaat erfolgte schon Ende März unter sehr guten Bedingungen. Nach einem guten Rübenwachstum im Sommer habe ein perfekter Herbst zu einem konstanten Anstieg der Zuckergehalte bis zum Ende der Rodungen geführt.
„In dieser Region konnten wir einen Zuckerertrag von 14 Tonnen Zucker je Hektar erzielen, eben 15 Prozent über dem Durchschnitt.“ Grund sei ein feuchter Sommer sowie der trockene Herbst mit vielen Sonnenstunden. Der lange Altweibersommer habe dann für optimale Rodebedingungen gesorgt. Folglich seien die Rüben trocken und sauber in die Fabrik gekommen.
An die Nordzucker mit Sitz in Braunschweig und der für die südniedersächsischen Rübenbauern wichtigen Zuckerfabrik in Nordstemmen richtete Engelke die Forderung, dass die Zuckerfabriken ihre täglichen Verarbeitungsmengen auf dem hohen Niveau von 2011 stabilisieren oder sogar steigern müssten: „Wir haben in der Kampagne 2011 bereits einen Fortschritt in der täglichen Rübenverarbeitung bei Nordzucker gesehen. Aber wir brauchen für die Zukunft gerüstete Werke, die mehr Rüben in der gleichen Zeit verarbeiten können.“
Ein rechtzeitiges Ende der Kampagne sei wichtig, da die Rüben bis zur Verarbeitung am Feldrand lagern. Bei späterem Kampagneende könnten Frost und Wiederauftauen zu hohen Verlusten führen.
Für Investitionen in die Nordzuckerwerke seien jedoch stabile Rahmenbedingungen unverzichtbar. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung nach 2015 abzuschaffen, sorge für Unsicherheit.
Engelke: „Sollten die Vorschläge aus Brüssel umgesetzt werden, wird es nicht mehr möglich sein, die Verbraucher kontinuierlich mit heimischem Zucker zu versorgen. Die EU-Zuckermarktordnung sichert die Zuckerversorgung zu angemessenen Preisen und schütze die Verbraucher vor Preis- und Mengenschwankungen.“ Daher sei der unveränderte Erhalt dieser Regelungen bis mindestens 2020 notwendig.
Rückblickend auf die Rübenkampagne berichtete Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes, dass der Verband nahezu täglich Stichproben bei der Bewertung der Zuckerrüben vorgenommen habe. Da es dort um das Rübengeld der Landwirte gehe, sei diese Tätigkeit unverzichtbar und zahle sich für die Anbauer aus. (goe)



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