Hettensen/Hardegsen. Der Streit um eine falsch belegte Grabstätte auf dem Hettenser Friedhof (wir berichteten) erregt in Hardegsen weiterhin die Gemüter und hat für die Stadtverwaltung möglicherweise einen Rechtsstreit zur Folge.
„Es tut uns leid, was da passiert ist“, sagte Bürgermeister Dieter Sjuts am Montag auf HNA-Anfrage und kündigte an, dass die Verwaltung der Familie des Verstorbenen entgegenkommen werde. „Wir werden noch einmal Gespräche führen, und es wir sicherlich eine vernünftige Einigung geben.“ In jedem Fall werde man dem Wunsch entsprechen, die Urne innerhalb des Doppelgrabes umzubetten.
Bereits Ende Januar war bei den Vorbereitungen für die Erdbestattung festgestellt worden, dass sich in der vermeintlich noch freien Hälfte eines Doppelgrabes bereits der Sarg eines anderen Toten befand. Die Beerdigung musste daraufhin verschoben werden.
Da sich der Sachverhalt nicht klären ließ, schlugen die Hinterbliebenen vor, den entdeckten Sarg zu entfernen oder eine andere Grabstelle für den Verstorbenen zur Verfügung zu stellen. In die sollte dann auch die bereits 1994 beerdigte Frau des Verstorbenen umgebettet werden.
Seitens der Hardegser Stadtverwaltung sei man allerdings auf keinen der beiden Vorschläge eingegangen, sagte Rechtsanwalt Markus Thiele, der die betroffene Familie in dieser Angelegenheit vertritt.
Vielmehr habe ein Rathausmitarbeiter der Tochter des Verstorbenen eine Urnenbestattung nahe gelegt, obwohl dieser das in seinem letzten Willen ausgeschlossen hatte. In Anbetracht der unangenehmen Situation stimmte die Tochter schließlich zu. Man einigte sich darauf, das Doppelgrab in ein Einzelgrab umzuwandeln und dort auch die Urne zu begraben.
Dabei wurde die Urne jedoch in der falschen Hälfte des Doppelgrabes beigesetzt, sodass die Tochter eine Umbettung verlangte. (nik)
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