Northeim. Den Gelben Sack abschaffen und den Inhalt gemeinsam mit anderen Kunststoffen sowie Metall in eine Tonne werfen - das verlangt der Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen, Michael Rakete.
Eine separate Wertstofftonne als Ersatz für den Gelben Sack, wie ihn das Umweltministerium plant, hält Rakete für Südniedersachsen gar nicht für notwendig. Eine Tonne für alles – Hausmüll und Wertstoffe - reiche für Südniedersachsen aus. Begründung: Im Jahr 2010 seien durch die Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Friedland-Deiderode bereits Dreiviertel der angelieferten Müllmenge wiederverwertet worden. Nur 21 Prozent des Mülls sei auf der Deponie gelandet.
Die Idee des Gesetzgebers sei, Verpackungen mit dem grünen Punkt, die bisher in den Gelben Sack gehören, gemeinsam mit anderen Kunststoff- und Metallteilen in die gelbe Tonne zu befördern.
Die Entsorgung der Verpackungen mit dem grünen Punkt bezahle der Kunde an der Ladenkasse mit. Es gebe aber auch Kunststoff ohne den grünen Punkt, etwa Legosteine oder ein Lineal. Damit auch diese Kunststoffteile stärker erfasst und wiederverwertet werden, sollen sie in der Tonne landen.
Der Abfallexperte fordert außerdem, dass eine solche Wertstofftonne, wenn sie bundesweit eingeführt wird, in die Hände der Kommunen kommt. „Ziel muss sein, die Kosten für die Bürger so gering wie möglich zu halten.“
Anlass: In Berlin wird zurzeit über ein Wertstoffgesetz beraten und da macht sich die Entsorgungswirtschaft über ihre Lobbyisten dafür stark, dass die privaten Entsorger das Recht erhalten, Wertstoffe einzusammeln und zu verwerten.
Einnahmeverluste befürchtet
Wenn es dazu käme, dann befürchtet Rakete erhebliche Einnahmeverluste für die Kommunen, so auch für den Abfallzweckverband. Rund 485 000 Euro nehme der Verband jährlich durch as Verwerten von Metall und Nicht-Metalle (z.B. Aluminium) ein, erläutert Rakete. Dieser Erlös sorge dafür, dass die Abfallgebühren stabil bleiben. Wenn die privaten Entsorger das Geschäft übernähmen, führe das zu höheren Gebühren, meint der Geschäftsführer. So sei nämlich in Berlin in der Diskussion, die Hälfte der Kosten für die Einführung der Wertstofftonne vom Gebührenzahler mitfinanzieren zu lassen.
Bilanz Gelber Sack
Für das Aus des Gelben Sacks spricht nach Raketes Meinung auch dessen Wiederverwertungsbilanz. Die Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. sei aufgrund der zuletzt 2006 veröffentlichten bundesweiten Verwertungsbilanz des Dualen Systems Deutschland (DSD) zu folgendem Ergebnis gekommen: Nur knapp ein Viertel des Inhalts vom Gelben Sack werde recycelt, hingegen würden rund 62 Prozent verbrannt.



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