Uslar. Die SPD ist der große Verlierer der Kommunalwahl im Uslarer Land. Der Grund ist schnell gefunden: Die Sozialdemokraten haben es nicht geschafft, die Mehrheit der Wähler von der Abwahl der Bürgermeisterin Martina Daske zu überzeugen.
Das Gegenteil ist eingetreten: Der Wähler straft die SPD wegen des Verfahrens ab – auf allen Ebenen.
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Es ist vor allem von einem Denkzettel die Rede, wenn über das Abwahlergebnis gesprochen wird, einem Denkzettel an die SPD, die die parteilose Bürgermeisterin als Bürgermeisterkandidatin holt, unterstützte und jetzt abwählen wollte. Viele Wähler werfen das Argument in den Ring, die Abwahl aus finanziellen Gründen abgelehnt zu haben. Sie sehen nicht ein, dass die Bürgermeisterin bei einer Abwahl bis zum Ende ihrer Amtszeit (31. Januar 2015) weiterbezahlt worden wäre.
Bei der Kreistagswahl verlor die SPD ihre Hochburg Uslar und kam nur noch auf 37,15 Prozent der Stimmen, die CDU zog mit 43,58 Prozent der Stimmen vorbei.
Bei der Stadtratswahl verbuchte die SPD erdrutschartige Verluste von über 15 Prozent der Stimmen, büßte ihre absolute Mehrheit ein und landete bei 34,76 Prozent der Stimmen, während die CDU minimal zulegte auf 40,06 Prozent der Stimmen und stärkste Fraktion ist.
Bei den Ortsratswahlen verbuchte die SPD vielerorts herbe Verluste, wo sie jahrelang quasi automatisch vorn lag.
Die Folgen des gescheiterten Abwahlsverfahrens bekommt vor allem der SPD-Fraktionschef Wilhelm Pape-Lange zu spüren. Er schaffte in seinem Wohnort Wiensen, wo er seit Jahren Ortsbürgermeister ist, nicht einmal mehr den Sprung in den Ortsrat. In Volpriehausen überholte auf der ersten gemeinsamen Wählerliste CDU-Stadtverbandschef Gerd Kimpel den bisherigen Ortsbürgermeister Harald Wokittel (SPD).
Im Kernstadt-Ortsrat Uslar büßte die SPD auch ihre Mehrheit ein. SPD und CDU haben jeweils fünf Sitze. Zünglein an der Waage sind die kleinen Parteien mit jeweils einem Sitz: UWG, Grüne und Linkspartei.
Es gab bei den Ortsratswahlen aber auch Erfolge für die Sozialdemokraten: In Schönhagen fuhr Ortsbürgermeister Gerhard Krusche mit 676 Stimmen ein sensationelles Ergebnis ein. In Schlarpe behauptete sich die SPD trotz Verlusten immer noch mit über 60 Prozent.
Auf der politischen Ebene herrschte einen Tag nach der Wahl Funkstille. Und in der Stadtverwaltung hieß es, dass bisher keine wesentlichen Fehler bei den Wahlen aufgetreten sind.



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