Uslar. Die Einwohner im Uslarer Land müssen ab dem 1. Februar mehr Geld fürs Trinkwasser bezahlen. Die Stadtwerke erhöhen die Grundgebühren. Grund: Trotz Bevölkerungsrückgangs und geringeren Wasserverbrauchs bleiben die Unterhaltungskosten bestehen.
Die Stadtwerke haben sich für eine Erhöhung der monatlichen Grundgebühr von zwei auf vier Euro entschieden. Der Wasserpreis von 1,30 Euro pro Kubikmeter bleibt unverändert. Umgerechnet bedeutet das für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 170 Kubikmetern künftig Kosten von 287,66 Euro im Jahr. Zuvor lag der Preis bei 261,98 Euro. Grundlage sind 1,39 Euro für einen Kubikmeter (inklusive Mehrwertsteuer) und ein Grundpreis von 4,28 Euro pro Monat. Das ergibt 236,3 Euro Wasserpreis und 55,36 Euro Grundgebühr im Jahr.
Im Vergleich mit den Wassertarifen der Nachbargemeinden bleiben die Stadtwerke Uslar nach wie vor günstigster Trinkwasser-Anbieter. Die Vergleichszahlen im Überblick (Stand: Dezember 2011): • Adelebsen 528,30 Euro pro Jahr, • Bodenfelde: 400,80 Euro, • Dassel: 360 Euro, • Einbeck: 329,22 Euro, • Hardegsen: 555,86 Euro, • Moringen 356,42 Euro, • Wahlsburg: 534,94 Euro (Vier-Personen-Haushalt mit 170 Kubikmeter Verbrauch pro Jahr).
Uslars Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph wirbt um Verständnis und rechnet die Auswirkungen von Bevölkerungsrückgang und weniger Wasserverbrauch vor: In der Kalkulation bei unveränderten Preisen würden den Stadtwerken 120 000 Euro fehlen. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 ist die Trinkwassermenge im Uslarer Land um 140 000 Kubikmeter zurückgegangen, das entspricht 16,3 Prozentpunkten.
Kalkuliert wird derzeit mit einem Trinkwasserverbrauch im Uslarer Land von insgesamt 720 000 Kubikmetern. Alternativ wäre eine Erhöhung des Wasserpreises von 16 Cent pro Kubikmeter möglich gewesen.
Die Stadtwerke haben sich aber für eine Erhöhung der Grundgebühr entschieden, um die erforderlichen Mehreinnahmen auch mit einer gewissen Sicherheit zu erzielen, heißt es. Unterm Strich ist das im Vergleich sogar geringfügig günstiger.
Geschäftsführer Adolph sagte, dass die Stadtwerke bei diesen Angelegenheiten moderat vorgehen und auch versuchen, durch mögliche Kooperationen effektiver zu arbeiten. Details wollte Adolph aber noch nicht nennen.
Durch den nach wie vor günstigen Trinkwasserpreis sind die Uslarer Stadtwerke übrigens von der Landeskartellbehörde als Vergleichsobjekt aufgenommen worden. Ihnen stehen die Stadtwerke gegenüber, deren Trinkwasser wesentlich teurer angeboten wird. Das schaut sich die Behörde genau an, sagt Adolph. Für die Uslarer Stadtwerke bedeutet es vor allem, dass ihr Preis auch landesweit günstig ist. (fsd)



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.