1516.12.1016.12.10|Niedersachsen|6 Kommentare
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Hannover. Die deutlich erhöhte Rate von Leukämie und Schilddrüsenkrebs in der Samtgemeinde Asse rund um das marode Atommüll-Endlager ist kein statistischer Zufall. Das ergibt sich aus einer detaillierten Untersuchung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN).

Behälter mit kontaminierten Flüssigkeiten: Ob Strahlung und Krebsrate zusammenhängen, ist strittig. Foto: dpa
Danach zeigen alle anderen Gemeinden des Landkreises Wolfenbüttel keine signifikanten Auffälligkeiten bei Karzinomen – weder nach oben noch nach unten.
„Wir haben bisher keine Hinweise, dass Umweltbelastungen bestehen oder bestanden haben“, meinte auch die Strahlenmedizinerin Elke Bruns-Philipps vom Landesgesundheitsamt. Allerdings sei gerade bei Leukämie und Schilddrüsenkrebs Radioaktivität ein großer Risikofaktor.
Dreimal so viel wie erwartet
Das Ressort von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte einen Zusammenhang zwischen erhöhter Krebsrate und der Asse strikt verneint und auf statistische Zufälle verwiesen. In der Samtgemeinde Asse erkrankten zwischen 2002 und 2009 18 Menschen neu an Leukämie. Die statistische Erwartung lag dagegen nur bei 8,5 Fällen. Bei Schilddrüsenkarzinomen waren es mit zwölf Fällen sogar dreimal so viel wie erwartet (3,9 Fälle).
„Unsere Aufgabe ist es jetzt, aus diesen Zahlen Namen und Lebensgeschichten zu machten“, betonte Röhmann. Angaben wie Alter, Beruf, Wohnorte und Arbeitsplätze seien für Rückschlüsse auf die Ursachen unabdingbar. Laut Landrat haben sich bislang 80 Betroffene gemeldet. Anhand von detaillierten Fragebögen und Interviews wolle man jetzt jeden einzelnen Krankheitsfall unter die Lupe nehmen. (ymp)
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