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Mini-Drohne der Polizei ist bislang nicht über Erprobungsstadium hinausgekommen

Das fliegende Auge sieht nichts

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Hannover. Das fliegende Auge ist scheinbar entfleucht. Die vor zwei Jahren von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) mit großem Brimborium präsentierte Mini-Drohne zur Verbrechensbekämpfung hatte bislang noch keinen einzigen Echteinsatz. Jetzt geht die SPD auf die Suche nach dem ferngesteuerten Mini-Hubschrauber mit der eingebauten Überwachungskamera.

Große Erwartungen: Vor zwei Jahren stellte Innenminister Uwe Schünemann (im Hintergrund) die Mini-Drohne vor. Eingesetzt wurde das niedlich anmutende Fluggerät bis heute nicht. Archivfoto: dpa

Große Erwartungen: Vor zwei Jahren stellte Innenminister Uwe Schünemann (im Hintergrund) die Mini-Drohne vor. Eingesetzt wurde das niedlich anmutende Fluggerät bis heute nicht. Archivfoto: dpa

Mit einer parlamentarischen Anfrage will SPD-Innenexperte Klaus-Peter Bachmann von der CDU/FDP-Landesregierung wissen, wie es denn eigentlich um Schünemanns 47 000 Euro teures Fluggerät stehe: „Bei wie viel Polizeieinsätzen (ohne Übungen) insgesamt wurde die Mini-Drohne bisher eingesetzt?“ Bachmann fordert Auskunft nicht nur über die Zahl, sondern auch über den Zweck. Diente das „fliegende Auge“ etwa der Luftaufklärung, der Einsatzführung, der Beweissicherung oder auch der Verfolgung bewaffneter Straftäter? Eine befriedigende Auskunft dürfte der Parlamentarier kaum bekommen.

Nach Auskunft des Innenministeriums ist die Drohne zwei Jahre nach ihrer Anschaffung immer noch nicht über die Erprobungsphase hinausgekommen. Zwar habe es acht Anforderungen vor allem für Demonstrationen seitens der Polizei gegeben, aber auf die echten Einsätze habe man dann lieber verzichtet, sagte ein Ministeriumssprecher unserer Zeitung. „Das Ding fliegt noch nicht so, wie wir uns das vorstellen.“ So gebe es insbesondere Probleme bei stärkerem Wind. Ursprünglich sollten die Tests sechs Monate dauern, dann sollte „md-4-200“ eigentlich in die Lüfte steigen, um Gangsterjagden oder Feuerlöscharbeiten von oben mit gestochen scharfen Bildern zu unterstützen.

Von einem „Quantensprung in der Aufklärungsarbeit“ hatte der Innenminister im September 2008 geschwärmt, als er das 680 Gramm schwere Gerät stolz der Öffentlichkeit vorstellte. „Wenn sich einer im Maisfeld versteckt, können wir ihn aus der Luft viel besser aufspüren.“

Von Peter Mlodoch

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