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Spektakulärer Goldfund: Archäologen stellen 3400 Jahre alten Schmuck vor

Spektakulärer Goldfund: Archäologen stellen 3400 Jahre alten Schmuck vor

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Hannover. Zum ersten Mal seit seiner Entdeckung im vergangenen Jahr haben Wissenschaftler aus Hannover einen spektakulären Goldschatz aus der Bronzezeit vorgestellt.

3400 Jahre alt: Der Goldschatz umfasst 117 einzelne Stücke, darunter Armspangen und gezogene Spiralen. Foto:  dpa

Einige Stücke der bei Syke (Landkreis Diepholz) gefundenen, 3400 Jahre alten Kostbarkeiten sind laut Experten auf eine für die damalige Zeit besonders fortschrittliche Weise gefertigt worden. Die Drähte, aus denen die Goldstücke bestehen, seien gezogen und nicht wie in der Bronzezeit üblich gehämmert worden.

Archäologen waren 2011 bei Grabungen für die nordeuropäische Erdgas-Pipeline (NEL) auf den etwa 1,8 Kilogramm schweren Schatz gestoßen. Er umfasst 117 Ringe, Armschmuck-Spiralen sowie eine Gewandspange. Die jüngsten Stücke könnten nach Angaben der Wissenschaftler aus dem 14. Jahrhundert vor Christus stammen. Der Goldgehalt liegt bei 90 Prozent. Der Schatz wurde in einem Beutel aus Tuch oder Fell verstaut und unter der Erdoberfläche vergraben. Auf den Beutel deuten Reste von Leinen sowie vier Bronzenadeln hin.

Außerdem könnte das Gold den Untersuchungsergebnissen zufolge ursprünglich aus Zentralasien kommen. Wie der Schatz nach Nordeuropa gelangt ist und warum er vergraben wurde, ist den Wissenschaftlern zufolge bislang unklar. Ob es sich um den Besitz einer reichen Familie, eines Händlers oder einer Gruppe handelt, sollen weitere Analysen klären. „Wir befinden uns am Anfang eines langen Weges, auf dem der Schatz hoffentlich sein Geheimnis preisgibt“, sagte der Präsident des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Stefan Winhart. Die Stücke sollen spätestens Ende 2013 in Hannover ausgestellt werden.

Es soll sich bei der Ausgrabung um einen der größten prähistorischen Goldfunde in Mitteleuropa handeln. Der Fund werde die Archäologie ein ganz erhebliches Stück weiterbringen, sagte Winhart. „Er ermöglicht tiefe Einblicke in die Welt der alteuropäischen Beziehungen und Vorstellungen, die vor kurzem noch nicht denkbar waren.“

Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, der Fund erlaube neue Erkenntnisse über das Leben der Vorfahren. Der Wissenszuwachs, den dieser „Jahrhundertfund“ bringe, sei weitaus wertvoller als der Materialwert des Goldes. In Niedersachsen wurde zuletzt vor etwa hundert Jahren ein Goldschatz ausgegraben - in Lorup im Emsland.

Winhart erhofft sich von den Ausgrabungen im Zuge des Pipeline-Baus weitere wichtige Funde. In Niedersachsen wird die gesamte Trasse der NEL archäologisch untersucht. (lni/epd)

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