Göttingen. Der 16 Jahre alte Schüler des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums, Wieland Lühder, hat eine Einladung zum Auswahlseminar für die diesjährige Europäische Science Olympiade erhalten. Zusammen mit drei weiteren, besonders jungen Schülern aus Erfurt, Ellwangen und Wunsiedel wird er bei diesem gesamtnaturwissenschaftlichen Teamwettbewerb um Tickets für den internationalen Wettbewerb in der litauischen Hauptstadt Vilnius kämpfen.
Wieland Lühder hat sich für diesen Wettbewerb bei dem gestern zu Ende gegangenem Finale der besten Nachwuchsphysiker Deutschlands im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Bunsenstraße qualifiziert. Er ist der erste Schüler aus Göttingen seit Jahren, der es in diese Endrunde geschafft hat. In ihr trafen sich 51 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren von bundesweit etwa 500 Kandidaten, die in der Wiege der deutschen Aerodynamik ihr theoretisches und praktisches Wissen unter Beweis stellen wollten.
Die fünf besten Schüler, Qiao Gu (Ehingen), Sebastian Linß (Jena), Cornelius Römer (Schwäbisch Gmünd), Georg Krause (Dresden) und Johannes Dickmann (Jena) nehmen im Juli an der 43. Internationalen Physik-Olympiade in der Hauptstadt Estlands, Tallin, teil. Dort treten sie gegen Schüler aus über 80 anderen Ländern an.
Drei Kandidaten gewannen zudem als Sonderpreis ein Forschungspraktikum im DLR-Göttingen, um die in der vergangenen Woche gewonnenen Eindrücke weiter zu vertiefen.
Die jungen Physiker setzten sich unter anderem mit Fragen um Windkanal und Hubschrauber auseinander. „Mir macht es Spaß etwas Neues anzuwenden“, sagte Wieland Lühder über seine Motivation, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Dabei beschäftigt sich der hoch aufgeschossene junge Mann längst nicht nur damit: Klavier spielen und Tischtennis gehören ebenfalls zu seinen Freizeitbeschäftigungen.
In Göttingen wurde der Wettbewerb der Nachwuchsphysiker zum fünften Mal organisiert. In Zukunft wird er im Wechsel am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg und am DLR in Göttingen stattfinden. „Es gibt keinen passenderen Ort für eine Physik-Olympiade als Göttingen“, sagte Prof. Joachim Block, Leiter der DLR-Standorte Göttingen und Braunschweig, bei der Siegerehrung mit Blick auf die Göttinger Nobelpreisträger des Faches.
Von Hans-Peter Niesen



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