Selbsternannter "Heiler" spritzte Patienten HIV-Blut

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    • 22.03.13
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Sechzehn Menschen infiziert

"Heiler" spritzte Patienten HIV-Blut

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Bern - Ein Musiklehrer gab sich in der Schweiz als "Heiler" aus, spritzte 16 Menschen mit gefährlichen Viren krank. Doch vor Gericht stritt der Mann alle Vorwürfe ab

© dpa

Der selbsternannte "Heiler" infizierte sechzehn Menschen absichtlich mit HIV.

Warum infiziert ein Mensch mehr als ein Dutzend andere absichtlich mit dem Aids-Erreger? Auf die Frage fand auch das Schweizer Gericht keine Antwort. Die Geschichte bleibt unglaublich: Ein 54-jähriger Musiklehrer, der sich selbst als Heiler sieht, steckt mindestens 16 Menschen mit HIV und teilweise mit dem Hepatitis-C-Virus an. Das Blut soll er jahrelang einem HIV-positiven Mann abgezapft haben, dem er eine mögliche Heilung vorgaukelte. Nun muss der Mann fast 13 Jahre in Haft. Das nicht rechtskräftige Urteil nahm der Berner am Freitag ohne jede Regung auf, streitet weiter alles ab und gibt den Opfern die Schuld.

Von der ersten der mindestens 16 nachgewiesenen Infizierungen 2001 bis zum Prozess war es ein langer Weg: Starke Migräneanfälle und leichte Epilepsie führten einen Schweizer Manager auf Empfehlung einer Bekannten zu dem Wunderdoktor. Seine Schmerzen könnten durch eine spezielle Akupunktur gelindert werden, versprach der Angeklagte mit der schweizerisch-italienischen Staatsbürgerschaft. Im Wohnzimmer des „Heilers“ musste sich der Mann auf den Bauch legen und einen Stein fixieren. Danach gab es einen kurzen Stich in den Rücken und die Behandlung war beendet.

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