710.03.1010.03.10|Politik|11 Kommentare
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Frankfurt/Main - Thilo Sarrazin bleibt bei seiner Migranten-Schelte. Integration sei eine Bringschuld und wer die deutsche Sprache nicht lernen wolle, müsse das finanziell zu spüren bekommen.

© AP
Der frühere Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin.
Das forderte der frühere Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand am Dienstag in Wiesbaden. Bei einem Gesprächsabend im hessischen Justizministerium verteidigte Sarrazin damit die kontroversen Äußerungen in Interviews, wegen denen ihm ein Ausschluss aus der SPD droht. “Über den Tonfall kann man reden, aber die Fakten waren richtig“, sagte er. Die unerwartet große Wirkung seiner Worte zeige, dass das Thema die Bürger bewege.
Für eine bessere Integration forderte Sarrazin daher ein Umdenken bei der Bildungspolitik. Es müsse gewährleistet sein, dass jedes Kind gerade in den ersten Schuljahren auch wirklich mitkomme aber nicht über einen weiteren Ausbau der Sozialarbeit. “Noch mehr Lehrer und noch mehr Förderung, das funktioniert nicht.“ Nötig seien vernünftige Lehrpläne und eine konsequente Qualitätskontrolle. “Wenn die Hausaufgaben nicht gemacht werden, dann wird eben das Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“, sagte Sarrazin.
Hahn begrüßte zwar die deutlichen Worte Sarrazins, warnte aber zugleich davor, mit allzu überspitzter Wortwahl verletzend zu wirken. Kubilay sagte: “Wir reden nicht über Zahlen, sondern über Menschen.“
Im Vorfeld der Veranstaltung demonstrierten einige Dutzend Mitglieder vom “Wiesbadener Bündnis gegen Rechts“ gegen die als rassistisch empfundenen Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators. Auch während der Gesprächsrunde wurde aus Protest ein Banner entrollt. Sarrazin hatte sich in Interviews wiederholt abfällig über Migranten geäußert und Hartz-IV-Empfängern bei Geldknappheit empfohlen, warme Pullover anzuziehen statt zu heizen.
Der Kreisverband Berlin-Spandau hatte neben anderen Parteigliederungen daraufhin seinen Parteiausschluss gefordert. Die Entscheidung über einen Ausschluss wird in spätestens drei Wochen erwartet.
apn

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