Wiesbaden - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin steht zu seinen provokanten Äußerungen über Ausländer: “Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt.“
Das sagte der frühere Berliner Finanzsenator und SPD-Politiker am Dienstagabend in Wiesbaden. Bei den meisten seien die Aussagen richtig angekommen, auch wenn man über Formulierungen streiten könne. Die heftigen Reaktionen seien für ihn unerwartet gewesen. Wenn er sich die Wirkung anschaue, habe dies jedoch für die bundesweite Debatte etwas Positives. “Wenn man das dann einmal gemacht hat, darf man sich jetzt auch nicht wegducken.“ Da wären auch viele Leute enttäuscht.
In der Berliner SPD läuft gegen Sarrazin ein Ausschlussverfahren wegen seiner Äußerungen. Die Entscheidung wird voraussichtlich in einigen Wochen fallen.
Auf Einladung des hessischen Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) diskutierte Sarrazin bei einer Veranstaltung über Integrationspolitik. Mit zugespitzten Äußerungen über das Thema hatte er in den vergangenen Monaten große Empörung ausgelöst. So äußerte er sich abfällig über Ausländer in Berlin und sagte unter anderem: “Eine große Zahl an Arabern und Türken (...) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.“ Dies wurde von einigen als rassistisch empfunden. Sarrazin sagte zu seinen Aussagen: “Ich bemühe mich nie, provokant zu sein. Ab und zu misslingt das schon mal.“
Vor dem Ministeriumsgebäude protestierten am Dienstagabend Abgeordnete der Linksfraktion im hessischen Landtag gegen die Einladung Sarrazins. “Rassisten ausladen“, forderten sie auf einem Plakat. Auf einem anderen stand: “Der Hetze gegen Migranten folgt die Einladung ins Ministerium.“
dpa



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