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Unicef-Bericht vergleicht OECD-Staaten: Deutschland versagt bei Bildungsförderung

Unicef: Deutschland versagt bei Bildungsförderung

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Berlin - Arme Kinder haben in Deutschland schlechtere Chancen auf eine gute Bildung als in vielen anderen OECD-Staaten. Zu diesem Ergebnis kam jetzt ein Bericht von Unicef.

© dpa

Schlechte Noten für Deutschland: Bildungsstreik  in München.

In einem am Freitag veröffentlichten Unicef-Bericht über Lebensbedingungen von Kindern in 24 Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung landet die Bundesrepublik im Bereich Schulbildung auf dem fünftletzten Platz. Schlechter schneiden nur Italien, Österreich, Frankreich und Belgien ab.

Insgesamt liegt Deutschland, was Chancengleichheit armer Kinder angeht, im Mittelfeld.

In der Studie des Unicef-Studienzentrums Innocenti in Florenz wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit für arme Kinder in den betreffenden OECD-Ländern verglichen. Im einzelnen geht es dabei um die materiellen Lebensbedingungen, die Schulbildung und den Gesundheitszustand der Kinder.

An der Spitze landen, insgesamt gesehen, Dänemark, Finnland, die Niederlande und die Schweiz. Die Schlusslichter bilden Griechenland, Italien und die USA. Deutschland ist zusammen mit Österreich, Kanada Frankreich, Polen und Portugal im mittleren Bereich.

Ein gutes Ergebnis erzielt die Bundesrepublik bei der Gesundheitsversorgung für arme Kinder: Hier kommt sie auf Platz vier nach den Niederlanden, Norwegen und Portugal. Kriterien waren, inwieweit sich die Kinder gesund ernähren, ob sie über Kopf- und Bauchschmerzen klagen und ob sie regelmäßig Sport treiben.

Schlechte Noten gab es dagegen für das deutsche Schulsystem. Arme Kinder in der Bundesrepublik erzielen beim Lesen, Rechnen und in den Naturwissenschaften schlechtere Leistungen als Kinder der Mittelschicht, und die Unterschiede hierzulande sind größer als in den meisten anderen Ländern. Auf den vorderen Plätzen landeten Finnland, Irland, Kanada und Dänemark.

Bei den materiellen Lebensbedingungen spielten unter anderem das Familieneinkommen, die Wohnsituation und die Lernbedingungen der Kinder zu Hause eine Rolle. Deutschland kommt hier auf den zehnten Platz, nicht zuletzt wegen des guten Abschneidens beim Punkt Wohnraum - der zweite Platz nach Island.

Die Unicef-Forscher stützten sich überwiegend auf Daten, die noch vor der Wirtschaftskrise erhoben wurden. “In schwierigen Zeiten“, so heißt es in dem Bericht, “sollten arme Kinder die ersten sein, die geschützt werden, und nicht die letzten, an die gedacht wird.“ Es liege in der Verantwortung der Regierungen, den Kinder eine Chance zu geben - “in guten Zeiten und in schlechten“. Chancenungleichheit für die ärmsten Kinder sei nicht unabwendbar, sagte Innocenti-Direktor Gordon Alexander. Die untersuchten Länder gehörten zu den reichsten Industriestaaten der Welt und seien gleichermaßen in der Lage, Kinderarmut zu bekämpfen.

dapd

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