Schwalm-Eder. Sie sollen schnell zur Stelle sein, wenn es brennt und wenn Menschen gerettet werden müssen, doch viele Feuerwehren sind selbst in Not geraten. Es fehlt ihnen nicht an Material, sondern an Menschen, die in den Einsatzabteilungen für den Schutz ihrer eigenen Städte und Dörfer sorgen.
Das krasseste Beispiel liefert der Knüllwalder Ortsteil Ellingshausen. Dort muss demnächst wohl eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt werden.
Wehrführer Martin Bernhardt und sein Stellvertreter Gerd Hagemann wollen die Verantwortung nicht länger tragen. Bei einem Brand vor zwei Jahren standen sie anfangs mit drei Leuten da und konnten nicht einmal das schwere Löschgerät aus dem Feuerwehrauto hieven.
Innerhalb von zehn Minuten muss nach dem Rettungsdienstgesetz Hilfe gewährleistet sein. Diese Frist lässt sich im Falle von Ellingshausen auch nicht durch Wehren aus Nachbarorten einhalten. Folge: Für das Dorf im Knüll müsste eine Pflichtfeuerwehr her.
Aus allen in Frage kommenden Frauen und Männer im Alter von 18 bis 50 Jahre würde die Gemeinde jene auswählen, die sich ausbilden lassen und im Ernstfall an der Spritze stehen müssten. Ein Bußgeld würde jenen drohen, die nicht erscheinen. „Das wäre jedoch die schlechteste Lösung“, sagte Kreisbrandinspektor Werner Bähr.
Auch im Spangenberger Stadtteil Landefeld drohte dieser Ernstfall. Die Wehr war auf sechs Männer geschrumpft. Das reichte gerade so, um das Spritzenfahrzeug zu bestücken, – wenn denn alle da waren. Durch eine Werbeaktion hat die Einsatzabteilung jetzt immerhin wieder zehn Leute.
In Elbersdorf putzen die Jugendwartinnen Klinken. Jahrelang war die Jugendwehr Kreismeister im Verband Melsungen. Jetzt reicht es nicht mal mehr, um eine Mannschaft aufzustellen.
Von Heinz Rohde und Andrea Brückmann



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