Hubschrauberabsturz in Fritzlar: Vor 25 Jahren kamen zwei Fritzlarer Piloten ums Leben

Hubschrauberabsturz: Heute vor 25 Jahren kamen zwei Fritzlarer Piloten ums Leben

Tag des letzten Fluges: Vor 25 Jahren kamen zwei Fritzlarer Piloten ums Leben

1127.08.1027.08.10|Fritzlar-Homberg|1 Kommentar
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Fritzlar. Für Gerda Brauer, 72, ist der August kein guter Monat. Der schlimmste Tag ist der 28., ein bedrückender Tag, wie die Frau aus Fritzlar sagt. Heute vor 25 Jahren ist ihr Mann Otto bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.

Die Absturzstelle zwischen Momberg und Mengsberg: Ein Gedenkstein erinnert an die beiden toten Soldaten.

Bei einem Routineübungsflug nach Gießen stürzte der Panzerabwehrhubschrauber vom Typ BO 105 im Wald zwischen Momberg und Mengsberg (Kreis Marburg-Biedenkopf) ab. Der Pilot Otto Brauer, damals 49 Jahre alt, und sein Begleiter Wolfgang Bekuhrs (48) starben.  Später wurde eine technische Unfallursache festgestellt. Die Maschine soll kurz vor dem Flug gewartet worden sein. Brauer galt als einer der erfahrensten Piloten der Garnison mit über 9000 Flugstunden und mit dem Titel eines Hubschrauberweltmeisters. Bekuhrs flog als Beobachter mit. Er war Luftfahrzeugprüfer im Heeresfliegerregiment. Beide Männer waren seit 1957 in Fritzlar Soldaten.

Er kam nie wieder

Die Witwe von Otto Brauer erinnerte sich gestern im Gespräch mit unserer Redaktion an den schlimmen Tag: Ihr Mann war wie immer gegen 11.30 Uhr zum Mittagessen nach Hause gekommen. Kurz vor halb-eins verabschiedete er sich zum Dienst. „Er ist gegangen und nicht wiedergekommen.“

Gegen 14 Uhr entdeckte ein Waldarbeiter den Unfall. Er war durch einen lauten Aufschlag aufmerksam geworden und hörte, wie Holz barst (Quelle: HNA 29. 8. 1985). Der Helikopter war in einem Windbruchgebiet an einem kleine Hang abgestürzt, dabei aber nicht in Brand geraten.

Gerda Brauer wartete am frühen Abend vergebens auf ihren Mann. Als er nicht kam, rief sie im Regiment an, um zu erfahren, was passiert seit. „Kurze Zeit später kam jemand zu mir und überbrachte mir die Nachricht“, erinnerte sich die 72-Jährige gestern. „Das haut einem den Boden unter den Füßen weg.“ Es war eine Trennung für immer – ohne Abschied.

Beide Töchter, damals 23 und 29 Jahre alt, machten mit ihren Familien Urlaub in Italien, zufällig auf dem selben Campingplatz. Die jüngere setzte sich noch in der Nacht ins Auto und fuhr zur Mutter nach Fritzlar. „Sie ist die ganze Nacht durchgefahren.“

Eine Woche nach dem Unglück fand in der Halle 5 des Fritzlarer Flugplatzes die Trauerfeier statt. Tausend militärische und zivile Gäste nahmen Abschied von den beiden Soldaten. Das Heeresfliegerregiment war mit 700 Soldaten angetreten. Militärpfarrer Kany sprach das Gebet.

Noch ein Absturz

Fast ein Jahr später stürzte erneut ein Panzerabwehrhubschrauber vom selben Typ ab, ebenfalls am frühen Nachmittag. Nach Zeugenaussagen war die Maschine der Fritzlarer Heeresflieger wie ein Stein aus einer Höhe von hundert Meter auf eine Weide bei Kerstenhausen gefallen. Die beiden Piloten wurden schwer verletzt. Ursache: technischer Defekt.

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