129.08.1029.08.10|Fritzlar-Homberg|
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Borken. Für August viel zu kalt. Zehn Grad und ein bisschen drüber, das zieht in die Knochen. Wenn eine an diesem Samstagabend nicht gefroren hat, dann war es Anne Hamann. Die hochaufgeschossene Blonde hatte weiß Gott genug Bewegung.

Schlagfertig und bewegungsfreudig: Die Drummer Dirk Erchinger, Enno Kuck und Jan P. Eckelmann mit Cheftrommler Max van der Rose (rechts). Außen die Breakdancer Sven Göttlicher und Ralf Habicht, vorn rechts Cheftänzerin Anne Hamann. Im Farbenrausch lieferten sie sich einen flotten Schlagabtausch.
Sie war die Cheftänzerin der Show „Rhythm, Drum & Dance“ im Borkener Freilichtmuseum. Der organisierte Schlagabtausch wurde von Begeisterungspfiffen begleitet.
Vier Schlagzeuger hauten dermaßen auf die Pauke, dass der Rost von den alten Bergbaumaschinen absprang. Obwohl keine einzige Pauke im Einsatz war. Die Trommel-Fell-Massage zielte direkt ins Koronarsystem und ließ das Herz hüpfen. Wie der Name sagt: Rhythm and Drums, Rhythmus und Schlagwerk.
Freddie Rutz, Produzent, Choreograph, ehemaliger Solotänzer aus Berlin, hatte seinem Spielmannszug für Fortgeschrittene vier flotte Tänzerinnen, zwei Stepper und zwei komödiantisch begabte Breakdancer beigegeben. Sven Göttlicher und Ralf „Hawk“ Habicht waren mit ihren Artistiknummern nicht die einzigen, die an diesem Kultursommerabend Kopf standen. Das Publikum der in Nordhessen einmalig gezeigten Schau zuckte, steppte und trommelte im Geiste mit. Vor zwei Jahren war die Truppe beim Fritzlarer Festival „Vor dem Dom“ zu sehen gewesen. Seitdem ist die Zutatenpalette erweitert worden.
Bei Licht betrachtet, teilten sich die rhythmischen Tänzer und die rhythmischen Trommler die Bühnenkomposition mit den Farbkünstlern. Sie leuchteten den Klang- und Bewegungsakrobaten so raffiniert heim, dass jede Osram-Glühbirne vor Stolz geplatzt wäre. Deshalb wäre es recht und gar nicht billig, den Titel der Show in „Rhythm, Drum, Dance and Light“ zu vergrößern.
Vor einem Monat hatte der Kultursommer Nordhessen acht internationale Percussionisten in Gudensberg unter dem Namen „Drums United“ antreten lassen. Sie eröffneten ihr Trommelfeuer in einer eher konzertanten Variante. Im Vergleich war die Rhythm- and-Dance-Crew von Borken beim Bearbeiten der gespannten Tierhäute weniger orchestral. Der Akustikteil ihres Auftritts zielt auf kontrollierte Ohrgeräusche mit virtuellen Schlägen in die Magengrube. Max van der Rose, Komponist und Cheftrommler, war da mit seinen Herrschaften nicht zimperlich.
Und so schlagen sie sich durch, und zwar durch die ganze Welt. Wo sie auftauchen, gibt’s eine Eins mit Sternchen.
Natürlich auch in Borken. Schlagfertigkeit muss belohnt werden.
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