031.03.1031.03.10|Fritzlar-Homberg|1 Kommentar
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Fritzlar. Pfarrer Ulrich Bock hat einen großen Wunsch zum Osterfest: Er möchte 500 Euro Spenden zusammenbekommen. Das Geld soll jenen Menschen Madagaskar helfen, die unmittelbar vom Tropensturm Hubert betroffen sind.

Fritzlarer haben schon viel bewegt: Im Dorf Anosikely auf Madagaskar entstand durch Spenden und die Initiative von Pfarrer Ulrich Bock eine Schule. Jetzt aber tobte dort ein Tropensturm, der viele Menschen töte oder obdachlos machte. Archivbild: nh
Der Sturm richtete Mitte des Monats auf der afrikanischen Insel großen Schaden an. Auch in der Region, in der das vom Fritzlarer Förderkreis und Pfarrer Bock geförderte Milleniumsdorf Anosikely liegt.
Die Bilanz ist furchtbar: Der Sturm tötete 30 Menschen, machte 85 000 in der ganzen Region obdachlos. Die Naturkatastrophe habe vielen Menschen das wenige genommen, das sie zum Leben hatten, sagt der Fritzlarer Pfarrer. Das Dorf Anosikely liegt ihm und der evangelischen Kirchengemeinde seit vielen Jahren am Herzen.
Bock hatte die Aktion „Reis für Madagaskar“ und einen Förderverein ins Leben gerufen, die Anne-Frank-Schule hat ihre langfristige Hilfe zu einem Schulprojekt umgewandelt. Zusammen haben die Fritzlarer Kirchengemeinde und die Schule in der Vergangenheit bereits mehrere tausend Euro Spenden gesammelt, die den Ärmsten der Armen auf der ostafrikanischen Insel in den vergangenen Jahren zugute gekommen sind. Doch jetzt sind die Spendenreserven definitiv aufgebraucht, die Töpfe leer.
Das Geld versickert in Ostafrika ganz sicher nicht in dunklen Kanälen: Die Deutsche Welthungerhilfe ist voll integriert, trägt und koordiniert die Hilfsaktionen. „Damit haben wir verlässliche Ansprechpartner vor Ort“, sagt Pfarrer Bock.
Anosikely ist ein so genanntes Milleniumsdorf, in dem Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird: Den Bewohnern wird beispielsweise nicht nur Reis gebracht, sondern auch gezeigt, wie man ihn anbaut.
„Wir gehen beim Helfen einen so behutsamen Weg wie möglich.“ Mit dem Geld aus Fritzlar entstand in Anosikely bereits eine Schule und eine Bücherei. Menschen in anderen Ländern zu helfen sei wie ein Aussichtsfenster in die Welt, sagt Ulrich Bock. Man lerne schnell, dass der heimische Standard nicht selbstverständlich sei. Damit gehe auch eine Wertschätzung des eigenen Lebens einher – an der es sonst oft mangele.
Doch Madagaskar steht längst nicht im Fokus der Öffentlichkeit. „Die Spenden fließen zurzeit vor allem nach Haiti - und das ist auch gut so“, sagt Bock. Doch er verweist auch auf die vielen, die Madagaskar leben und denen dort das Notwendigste fehlt.
Pfarrer Bock will helfen. Vielleicht gibt es noch mehr Menschen in der Region, die ihm dabei helfen wollen. (bra) Informationen: www.welthungerhilfe.de/anosikely-hilfe.html
Spendenkonto: KSK Schwalm-Eder, BLZ 520 521 54, Konto 120 018 080, VR Bank Schwalm-Eder, BLZ 520 626 01, Konto 6111050. Bitte das Stichwort „Madagaskar“ angeben.
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