109.07.1009.07.10|Fritzlar-Homberg|10 Kommentare
|
|Schrift
a /
A||
Homberg. Jahrelang war ein Homberger Ehepaar bereits früh am Morgen im Freibad schwimmen gegangen. Schon zwischen 7 und 9 Uhr ziehen dort die Frühschwimmer im Sommer ihre Runden.

Morgens ist die Welt in Ordnung und das Becken leer: Wer eine Jahresbadekarte hat, kann im Homberger Freibad schon zwischen 7 und 9 Uhr seine Runden ziehen. Mit Einzelkarten aber ist das aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht möglich. Foto: Brandau
In diesem Jahr verzichteten die beiden Schwimmer auf den Kauf ihrer Jahreskarte. Der Mai war nass und kalt, die Kinder schon zu diversen Freizeiten angemeldet – die Familie sparte sich die Investition, kaufte sich stattdessen Zehnerkarten für den vergünstigten Besuch im Freibad Erleborn. Jetzt wollte das Ehepaar wieder seine alte Gewohnheit des frühen Badens aufnehmen.
Weil morgens das Kassenhäuschen noch nicht besetzt ist, legten sie je eine Eintrittskarte hin und machten sich bereit zum Sprung ins Becken.
Die Ehefrau zog bereits die ersten Runden im Wasser, als sie vom Schwimmmeister erfuhr, dass ihre Zehnerkarte sie zwar zum normalen Badebetrieb, nicht aber zum Frühschwimmen berechtige: Das Ehepaar musste Becken und Bad verlassen. „Das ist doch ein Unding“, sagen sie.
Nein, sagt Bürgermeister Martin Wagner, das sei kein Unding, das sei einfach nur die Regel. Der Schwimmmeister habe sich korrekt verhalten und nach den Vorschriften gerichtet, als er dem Homberger Paar erklärte, dass es nur mit Jahreskarte das Bad so früh am Morgen nutzen könne.
Die Stadt komme den Badegästen ohnehin mit der Frühschwimmerregelung sehr entgegen: Sie können bereits ab 7 Uhr baden gehen – allerdings ohne jede Aufsicht.
Denn der Schwimmmeister, so Martin Wagner, müsse sich vor der regulären Öffnungszeit vor allem um die Technik kümmern, die für hygienisch einwandfreies Wasser sorgt. Um daraus eventuell entstehende rechtliche Probleme zu vermeiden, müssen die Badegäste – allesamt Jahreskarteninhaber und damit dem Schwimmmeister bekannte Gesichter – einen so genannten Haftungsausschluss unterschreiben.
Mit dieser Unterschrift sei der Schwimmbadbesuch ohne Badeaufsicht und noch vor der eigentlichen Öffnung auf ein rechtlich sicheres Fundament gestellt, sagt Büroleiter Joachim Bottenhorn. Auch er betont den Servicecharakter, den die frühe Öffnungszeit den Hombergern biete.
Doch gerade weil der Schwimmmeister zu dieser Uhrzeit so viel in Sachen technischer Wartung zu tun habe, sei weder der Verkauf von Einzeltickets noch ein ganz normaler Badebetrieb möglich. Die Zahl der Frühschwimmer halte sich erfahrungsgemäß in Grenzen. Die Stadt wolle viele Ziele auf einmal verfolgen: zum einen eine hygienisch einwandfreie Wasserqualität bieten, zum anderen ein attraktives Angebot machen, zum dritten sich natürlich auch rechtlich absichern. „Das ist ein schmaler Grat, auf dem wir wandeln“, sagt Bottenhorn. Trotzdem wolle die Stadt grundsätzlich am Angebot festhalten.
Für das Homberger Ehepaar heißt das also, dass es in dieser Saison nicht mehr so früh zum Schwimmen gehen wird – oder doch noch Geld in eine Jahreskarte investieren muss.
Von Claudia Brandau
zurück zur Übersicht: Fritzlar-Homberg

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
07.02.12|Fritzlar-Homberg|2

05.02.12|Fritzlar-Homberg|16

05.02.12|Fritzlar-Homberg|3

05.02.12|Fritzlar-Homberg|1

01.02.12|Fritzlar-Homberg|21

01.02.12|Fritzlar-Homberg|2
