Keine Hausgeburten mehr im Landkreis

Hebammen haben Angebot eingestellt – Entbindung nur in Klinik

Keine Hausgeburten mehr im Landkreis

604.08.1004.08.10|Fritzlar-Homberg|1 Kommentar
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Schwalm-Eder. Eltern haben keine Wahlfreiheit des Geburtsortes mehr und die freiberuflichen Hebammen im Schwalm-Eder-Kreis bieten keine Hilfe bei Hausgeburten mehr an. Das ist die Konsequenz aus der immensen Erhöhung der Beruflichen Haftpflichtversicherung.

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Auch die freiberuflichen Beleghebammen im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar könnten möglicherweise ihre Angebote reduzieren.

„Schwangere können nur noch in Fritzlar und in Schwalmstadt in den Krankenhäusern entbinden“, sagt die Hebamme Susanna Ziegler, die auch im Kreisvorstand des Deutschen Hebammenverbandes ist. Seit Juli müssen freiberufliche Hebammen 3700 Euro jährlich für die Berufshaftpflicht zahlen, wenn sie auch Geburtshilfe anbieten wollen. Das ist ein Anstieg um 1330 Euro. „Das können wir aber mit Geburten nicht refinanzieren“, sagt Ziegler.

Das Dilemma: Hebammen dürfen fünf Wochen um den Geburtstermin einer Schwangeren keinen anderen Entbindungstermin haben. „Die Geburt kann schließlich jederzeit erfolgen. Es darf nicht zu Überschneidungen kommen.“ Die Zahl der Hausgeburten ist also beschränkt.

180 000 Unterschriften hatten die Hebammen bundesweit gesammelt, um dem Petitionsausschuss des Bundestages ihr Anliegen vorzutragen. Eine Schiedskommission entschied auf 100 Euro mehr je Hausgeburt und acht Euro mehr je Klinik-Geburt.

Wer als Kleinstunternehmen die Versicherung nicht zahlen könne, müsse eben aufhören, habe ein Vertreter der Gesetzlichen Krankenkassen gesagt. Das sei eine Frechheit, sagt Susanna Ziegler.

„Wenn es so weiter geht, haben wir bald amerikanische Verhältnisse. Dort werden die meisten Kinder von Chirurgen per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht.“ Das bedeute mehr Geburtskomplikationen und eine höhere Kindersterblichkeit. ZUM TAGE HINTERGRUND, LOKALTEIL

Von Damai D. Dewert

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