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Wabern verzichtet auf Kassenkredite

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Wabern. Ein Kunde kommt zu seiner Bank und bittet darum, künftig keinen Überziehungskredit mehr zu bekommen. Er habe genug Geld und werde garantiert nicht ins Minus rutschen, sagt der Kunde. So ähnlich ist es bei der Gemeinde Wabern.

© llustration: dpa/Montage: Dellit

Er muss sich fühlen wie Dagobert Duck: Günter Jung, Bürgermeister von Wabern, muss sich um die Finanzen seiner Gemeinde keine Sorgen machen                                                                                 

Sie verzichtet im laufenden Jahr auf die Möglichkeit, Kassenkredite in Anspruch zu nehmen. Vermutlich seien sie die einzige Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis, die so verfahre, sagte Bürgermeister Günter Jung.

Kein Wunder also, dass die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag dem Haushalt und dem Investitionsprogramm zustimmten – ohne Gegenstimmen, versteht sich.

Schütz: Wenig Kritik

„Zu kritisieren ist in Wabern eigentlich nicht viel“, fasste Renate Schütz (FDP) die Stimmung im Parlament zusammen. Sie wundere sich nur, dass nicht mehr Menschen nach Wabern ziehen wollten und empfahl, den Kernort Wabern ein wenig „aufzuhübschen“. Auch von Kristian Ewald gab es nur Lob für die Gemeindefinanzen. Der CDU-Mann verteilte aber einige Seitenhiebe, unter anderem in Richtung Niedenstein. Im Gegensatz zur Stadt im Chattengau habe Wabern schon vor Jahren sein Schwimmbad „aus Vernunftgründen“ geschlossen.

Jürgen Schweinebraden (FWG) lobte die Verwaltung für ihre Arbeit. Die Waberner Haushaltspläne seien immer gut geplant und das Ergebnis oft noch besser als vorgesehen.

Georg Bauer (SPD) zweifelte an, dass bei anderen Gemeinden die Finanzprobleme grundsätzlich fremdbestimmt seien. Einige Kommunen wären längst insolvent, wenn sie Betriebe wären. Bauer erklärte: „Wabern wird sich in absehbarer Zeit nicht unter den Rettungsschirm flüchten müssen.“

Wabern habe um die zwei Millionen Euro Rücklagen, erklärt Bauer, der auch Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses ist. Deswegen sei kein Kassenkredit nötig. Ein entsprechender Haushalt habe den angenehmen Nebeneffekt, dass er nicht vom Landrat genehmigt werden müsse.

Es war wie immer in Wabern; alles war gut.

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