Schwalm-Eder. Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Tafel-Kunden rückläufig. 1876 Menschen kommen derzeit im gesamten Schwalm-Eder- Kreis zu den Tafeln in Fritzlar, Homberg, Melsungen und Schwalmstadt.
Im Jahr 2009 waren es noch 2025. Als Ursache für den Rückgang nennt Margret Artzt, Geschäftsführerin der Tafeln im Kreis, die gute Konjunktur. „Die Tendenz ist positiv. Wir hatten in den vergangenen Jahren teilweise schon mehr als 2000 Tafelkunden“, sagt t Artzt.
Auch die Zahl der Menschen, die auf den Wartelisten der Tafeln stehen, wurde verringert werden. Nur noch in Homberg gibt Liste, auf der zur Zeit sechs Personen stehen. „Die können aber trotzdem vorbeikommen und sich die Sachen, die übrigbleiben, holen“, erklärt Barbara Redlich von der Tafel in Homberg.
Das Problem sei nicht nur, genügend Lebensmittel zu bekommen, sondern vor allem auch, die vielen Personen mit Brot, Milch und anderen Lebensmitteln zu versorgen. Deshalb sind beispielsweise die 471 Kunden in Homberg auf vier Tage in zwei Wochen verteilt. „Das heißt, dass immer noch über 50 Personen an einem Tag vorbeikommen und von uns Lebensmittel bekommen“, sagt Redlich. Das sei mit viel Organisation und ehrenamtlichen Engagementverbunden. „Wir freuen uns deshalb immer über neue Helfer, die uns unterstützen“, sagt sie.
Die derzeit positive Entwicklung sollte nach Ansicht von Geschäftsführerin Artzt aber nicht über das Problem der Armut im Kreis hinwegtäuschen. „Auch wenn die Anzahl der Kunden zurückgeht, zeigt der nach wie vor hohe Bedarf, dass es hier Armut gibt“, sagt Artzt.
Die Tafeln könnten immer nur kurzfristig den Menschen mit Lebensmitteln oder Kleidung helfen. „Dass es die Tafeln geben muss, ist deshalb auch ein Protest gegen die Politik“, erklärt Artzt.
Von Max Holscher



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