Glasperlen aus einer Grabung bei Frielendorf zählen zu den ältesten Hessens

Luxus aus der Bronzezeit

008.03.1008.03.10|Fritzlar-Homberg|
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Frielendorf. Frielendorfer Schmuckstücke zählen zu den ältesten Glasperlen Hessens: Aufgetaucht sind sie jetzt auf Anfrage der HNA in den Beständen des Hessischen Landesmuseums in Kassel. Gefunden wurden sie bei einer Grabung bereits im Jahr 1922 in einem Hügelgrab aus der Bronzezeit auf dem einstigen Zechenglände in Frielendorf – nicht weit von dort, wo sich heute Schlittenfahrer auf der Sommerrodelbahn am Silbersee tummeln.

Franz Johann

Franz Johann

Heimatforscher Franz-Josef Anger aus Frielendorf besitzt eine wissenschaftliche Abhandlung aus dem Jahr 1925, in dem ein Mann namens Roland Schroeder (1902 bis 1943) seine Ausgrabung auf dem Abraumgelände der Braunkohlengrube Frielendorf dokumentierte. Ausdrücklich lobt Schroeder in seinem Text die gute Zusammenarbeit mit der Zechenleitung, die durch ihr Entgegenkommen die Grabung erst ermöglichte. Die Gräber ordnete der Experte der Gemarkung Allendorf zu. Das Areal wurde Wiedehau genannt. Schroeders Angaben nach bestand die Frielendorfer Gräbergruppe aus vier zum Teil sehr stattlichen Rundhügeln, die circa zwei Meter hoch waren und bis zu 20 Meter Durchmesser hatten. Schröder, der vermutlich Archäologie an der Universität Marburg studierte, fand neben den Urnen auch Grabbeigaben aus Metall.

„Dicht neben den Grabgefäßen zeigten sich zwei feinverzierte Bronzearmringe und eine Anzahl blaugrüner Glasperlen, die aber nichts mit den Brandgräbern zu tun haben, sondern einer vergangenen Skelettbestattung der jüngeren Bronzezeit (1600 bis 1400 v. Chr.) angehören“, schreibt Schroeder in seinem Text. Dass in einem Hügelgrab Gräber aus verschiedenen Zeitstufen gefunden wurden, sei typisch, erklärt Dr. Irina Görner, im Landesmuseum in Kassel zuständig für die Abteilung Vor- und Frühgeschichte. Die Archäologin schätzt, dass die Hügelgrabanlage in Frielendorf vermutlich zu den letzten in der Region gehörten. Später sei überwiegend in Urnenfeldern bestattet worden.

Die Expertin bestätigt, dass der Frielendorfer Schmuck zu den ältesten Glasfunden in Hessen gehört. Der Schmuckfund lasse auch darauf schließen, dass es den Urahnen der Frielendorfer vor 3500 Jahren relativ gut ging: Glas sei damals ein Luxusgegenstand gewesen. Denn Soda, zur Glasherstellung nötig, habe es nördlich der Alpen nicht gegeben. Die Expertin: „Offensichtlich gab es in der Region Menschen, die sich das leisten konnten.“

Von Sylke Grede

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