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Missbrauchsbeauftragte begrüßt Anklage gegen Pfarrer aus Fritzlar

Missbrauchsbeauftragte begrüßt Anklage gegen Pfarrer

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Fritzlar/Kassel. Die Missbrauchsbeauftragte des Prämonstratenser-Ordens hat die Anklage gegen einen Pfarrer aus Fritzlar wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger begrüßt. „Es ist gut, dass das jetzt gerichtlich geklärt wird. Es wird den Opfern Erleichterung bringen“, sagte Meike Schoeler am Donnerstag.

Der nordhessische Pfarrer soll zwischen 1992 und 2003 Ministranten beim Duschen zugeguckt und pornografische Fotos gemacht haben - insgesamt 164 Mal. Bei einer Hausdurchsuchung waren eindeutige Bilder gefunden worden.

Die sechs Opfer waren damals bis zu 14 Jahre alt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Schoeler kritisierte allerdings, dass sie als Missbrauchsbeauftragte keine Akteneinsicht bekomme. „Das ist ein großes Manko.“ Sie wolle jedoch die Staatsanwaltschaft weiter unterstützen. Der Pfarrer war Schulseelsorger und sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft.

Er hatte einige Taten eingeräumt. Nach einem Anfangsverdacht war der Ordenspriester im Mai von seinen Aufgaben entbunden worden. Der Orden hat das Fritzlarer Priorat mittlerweile aufgelöst. Der Beginn des Prozesses vor dem Landgericht in Kassel sei für den 25. November geplant, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung.

Der Strafrahmen für derartige Taten liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Wegen der hohen Zahl der Vorfälle könnte eine mögliche Haftstrafe in diesem Fall auch höher ausfallen. Jung betonte, dass der Prozess grundsätzlich öffentlich sei, bei Zeugenaussagen jedoch könne die Kammer die Öffentlichkeit ausschließen. Gegen den Vorgesetzten des Pfarrers wird ebenfalls ermittelt. Er soll von den Vorfällen gewusst haben. „Diese Ermittlungen laufen noch“, betonte Jung. (lhe)

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