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Homberg. Wenn sich Helmut Zerlett, Bandleader in der Harald-Schmidt-Show, für etwas begeistert, macht er jeden Unsinn mit. Von der My-Vale-Sandale (vale, engl. für Mulde) aus Homberg ist der Komponist und Musiker begeistert.

© HNA/Janz
Auf dem Weg zum Erfolg: Die maßgefertigten My-Vale-Sandalen von Markus Schott, Teja Habbishaw, Henry Schmidt (von links) aus Homberg werden morgen vom Industrieverband Halbzeuge als Produkt des Jahres 2010 ausgezeichnet.
„Aus der Nische wurde eine eigene Marke“ sagt Markus Schott und scheint selbst immer noch ein bisschen erstaunt über den großen Erfolg seiner Idee, die allmählich die Welt erobert: Die maßgefertigten Flip Flops der Firma Vale sind überall auf dem Vormarsch. Sie gehen von Nordhessen aus in alle Welt, das junge Unternehmen hat unter anderem Kunden in Australien, Hongkong, Thailand. Sogar auf den Fidschi-Inseln trägt jemand Sandalen aus Homberg.
Das freche Schuhwerk soll übrigens nicht der einzige Coup der drei Kreativen bleiben. Sie wollen weitere Modelle erfinden. Wenn Sie also künftig Fotos von Prominenten sehen, gucken Sie den Leuten nicht ins Gesicht: Gucken Sie ihnen auf die Füße. Es kann gut sein, dass die Promis Schuhe aus Homberg tragen.
Bei einem Urlaub in Australien entdeckte Markus Schott (36) vor zehn Jahren ganz schnell: Australier lieben Flipflops, tragen sie zu allen Gelegenheiten. „Hier könnte ich keine einzige orthopädische Einlage verkaufen“, dachte sich der Homberger Orthopädieschuhmacher – und nahm die Herausforderung an.
Er begann über maßgefertigte Zehenstegsandalen zu grübeln. Es dauerte, bis der Gedanke ausgereift war: Beim Hessentag 2008 präsentierte er die ersten Modelle der My-Vale-Sandale. Und lernte den Homberger Teja Habbishaw (29) kennen, der von der Idee spontan begeistert war. So begeistert, dass der studierte Sportmanager Habbishaw den Job in Hamburg, den er eigentlich hatte antreten wollen, sausen ließ und sich mit Markus Schott und Henry Schmidt in die Entwicklung von Vale stürzte. Eine Entscheidung, die keiner bereut hat. (bra)
Bei der Firma Schott Orthopädieschuhtechnik in Homberg entstanden durch Vale acht Arbeitsplätze. Lag der Umsatz im zweiten Halbjahr 2008 bei 50 000 Euro (Start war im Juni 2008) so stieg er in 2009 auf 350 000 Euro und übertraf damit alle Erwartungen. Noch vorigen April hatte Markus Schott gehofft, 1500 Paar Sandalen in 2009 verkaufen zu können. Tatsächlich waren es 3500 Paar Flipflops.
Zum Vergleich: Wurden im zweiten Halbjahr 2008 insgesamt 500 Paar Schuhe verkauft, werden heute allein an einem guten Tag 20 Paar geordert. Auch die Produktpalette hat sich binnen eines Jahres verdoppelt: Von 40 Modellen im vorigen Frühjahr ist sie auf 85 Modelle in diesem angewachsen. Sie alle tragen Namen von australischen Städten und Gebieten. Bis auf drei: Efze, Fulda und Eder. Und diese Flüsse fließen definitiv nicht durch Australien. (bra)
Von Claudia Brandau und Marcus Janz
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