007.06.1007.06.10|Fritzlar-Homberg|
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Homberg. „Ventilatoren bringen Glocken durcheinander, das müssen Sie sich merken.“ Mit diesem Satz begann Schauspielerin Petra Afonin ihr Theaterstück „Ich bin das noch“ in der Stadthalle Homberg. 100 Zuschauer waren der Einladung des Hospizvereins Fritzlar, der Hospizgruppe Frielendorf und des Homberger Kulturringes gefolgt, um das Bühnenschauspiel zum Thema Demenz zu sehen.

Sie brachte ein schwieriges Thema auf die Bühne: Schauspielerin Petra Afonin zeigte in Homberg ihr Stück „Ich bin das noch“ über Demenz. Foto: Mangold
Ein Stuhl, ein Tischchen, eine Geschenkpackung und ein Strickjäckchen – mehr brauchte Afonin nicht, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Kostümiert als alte, demente Dame hielt sie einen einstündigen Monolog, der die Zuschauer mitnahm auf eine Reise in die Gedankenwelt der verwirrten Gundel.
Zwischen den Bruchstücken aus Erinnerung und Alltag taucht immer wieder die Person auf, die Gundel einmal gewesen sein könnte. Auch, wenn sie oft ihre Sätze nicht mehr beenden kann, bewahrt die alte Dame Haltung. „Lachen Sie nur, ich kenne mich 70 Jahre länger als Sie, ich werde wohl besser wissen, was ich vergesse“, sagte sie, als das Publikum auf Gundels unfreiwillige Komik mit Lachen reagierte. Die Zuschauer entdeckten vertraute Szenen aus dem Umgang mit alten, verwirrten Menschen wieder.
Begleitet von Susanne Hinkelbein am Klavier schuf Petra Afonin mit dem Auftritt der alten Dame eine stimmungsvolle und facettenreiche Darbietung eines demenzkranken Menschen, die das Publikum berührte. „Ich hatte zwischendurch das Gefühl, sie spricht von meiner Oma“, sagte Lisette Wirth aus Fritzlar, die mit ihren Eltern ihre Großmutter jahrelang zu Hause betreut hatte.
Im zweiten Teil des Bühnenstücks sprach Petra Afonin die Angehörigen demenzkranker Menschen an. Mit Erzählungen und Chansons über die Erfahrungen, Gefühle, Wünsche und Hoffnungen, die Angehörige in der Betreuungssituation haben, machte sie den Betroffenen Mut.
Der Spendenerlös des Abends, 519 Euro, kommt der Hospizarbeit zugute.
Von Bettina Mangold
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