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Wildfleisch in aller Munde: Heimische Produkte im Schwalm-Eder-Kreis häufig auf dem Speiseplan

Wildfleisch in aller Munde: Heimische Produkte häufig auf dem Speiseplan

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Schwalm-Eder. Reh, Hirsch und Wildschwein stehen im Schwalm-Eder-Kreis immer öfter auf dem Speiseplan -  nicht nur an Feiertagen. „Die Nachfrage nach Fleisch vom Wild aus den heimischen Wäldern ist das ganze Jahr über groß“, sagt der Leiter des Melsunger Forstamts, Christian-Peter Foet.

© Koch

Verkaufsschlager: Wildbratwurst und Wildstracke aus dem Beiseförther Dorfladen von Rolf und Nicole Besser.

Das liege daran, dass Wildbret zu den wenigen naturbelassenen Lebensmitteln gehöre. Außerdem sei das Fleisch fett- und cholesterinarm und aufgrund seines geringen Bindegewebanteils leicht verdaulich.

Auch die Hobby-Jäger Nicole und Rolf Besser bestätigen die Beliebtheit von Wildfleisch. In ihren Beiseförther Dorfladen kommen täglich Kunden, um sich mit Stracke, Bratwurst, Schinken, Keule, Rücken, Lende, Leber- und Blutwurst vom Wild zu versorgen. Das Wildfleisch stammt hauptsächlich aus Revieren der Umgebung. Vorverarbeitet wird das Fleisch von Holger Ackermann aus Ostheim. Dieser arbeitet auch mit Forstämtern zusammen.

„Vor allem vor Feiertagen, wie Weihnachten und Ostern, ist die Nachfrage nach Wildfleisch groß“, sagt Rolf Besser. Viele verwenden es als Sonntagsbraten oder grillen Wildbratwurst und Hirsch-Steak. „Der Preis ist vergleichbar mit dem von Rindfleisch“, so Nicole Besser. Für eine Wildkeule zahlt man 16 Euro pro Kilogramm, für ein Kilogramm Lende 21 Euro. Rund 80 Stück Schalenwild – zu denen Rehe, Hirsche und Wildschweine gehören – gingen im vergangenen Jahr als Wurst oder Braten in dem Dorfladen über die Theke.

Insgesamt lieferten die heimischen Jäger im vergangenen Jahr nach Angaben des Vorsitzenden des Kreisjagdverein Hubertus Fritzlar-Homberg, Werner Wittich. 25 000 Tonnen Wildfleisch an den Handel.

Von einem gestiegenen Absatz ist beim Forstamt Neukirchen nicht die Rede. „Bei uns gab es schon immer eine rege Nachfrage“, sagt Ralf Apel. Besonders beliebt sei Wildbret in den Monaten ab Herbstbeginn. Ähnlich sieht es laut Ursula Spannknebel beim Forstamt Jesberg aus: „Die Umsätze von November und Dezember machen bei uns fast die Hälfte des Jahresumsatzes aus.“

Eine mögliche Erklärung für die hohe Nachfrage nach Wildfleisch könnten laut Rolf Besser die Fleischskandale der vergangenen Jahre liefern. Berichte über Gammelfleisch, Formschinken und Tierseuchen haben die Verbraucher zunehmend verunsichert.

Jäger Werner Wittich weiß um die Beliebtheit von Wildbret: „Wahrscheinlich, weil es das beste und sauberste Fleisch überhaupt ist.“

Von Verena Koch

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