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Bäume fällen für Arnika und Sonnentau

Naturschutzgebiet Vockeröder Heide wird um knapp 0,7 Hektar erweitert – Neuer Lebensraum für seltene Pflanzen

Bäume fällen für Arnika und Sonnentau

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Vockerode-D. Die größte Heide im Schwalm-Eder-Kreis soll noch größer werden: Zurzeit roden Waldarbeiter eine 6800 Quadratmeter große Fläche im Spangenberger Stadtwald. Dort sollen künftig wie bereits im übrigen Heidegebiet geschützte Pflanzenarten gedeihen.

Packen kräftig an: Ghiorghe Cioeirtau (hinten) und Volker Heinemann fällen Bäume für eine Erweiterung der Wacholderheide bei Vockerode-Dinkelberg. Foto: Grugel

Mit der neuen Fläche wächst die Vockeröder Heide laut Forstamt Melsungen um zehn Prozent auf sieben Hektar.

Wer im Sommer einmal den Weg in die Heide nach Vockerode-D. findet, traut seinen Augen kaum: Dort blühen Arnika, Wollgras, Sonnentau, Sumpfveilchen, Knabenkraut und vieles mehr – wie in der Lüneburger Heide, erklärt Michael Lenz vom Regierungspräsidium Kassel, das dauerhaft für die Pflege des Areals aufkommt. Denn die Heide ist nicht nur Naturschutzgebiet, sondern nach einer europäischen Richtlinie auch Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH).

Großvieh und Schafherden

Noch vor 50 Jahren trieben die Landwirte aus Vockerode-D. ihr Großvieh und Schafherden in den umliegenden Forst, berichtete Lenz anlässlich der laufenden Rodungsaktion in der Heide. Die Tiere fraßen sich durch die Büsche und machten so den Weg frei für das Aufblühen der Heide. Mit dem Ende der Hutewirtschaft drohte die Vockeröder Heide wieder unterzugehen. Dem schoben die Behörden 1992 einen Riegel vor: Sie erklärten die Flächen zum Naturschutzgebiet und 2004 zum FFH-Gebiet.

Heute haben viele Akteure ihr Auge auf die Heide gerichtet. Die Stadt Spangenberg lässt das Areal vom Forstamt Melsungen pflegen. Das Regierungspräsidium finanziert die laufenden Arbeiten. Vor Ort engagiert sich die Interessengemeinschaft Vockeröder Heide mit Arbeitseinsätzen und Öffentlichkeitsarbeit für das Areal. 750 Euro steuert der Verein zur aktuellen Erweiterung bei. Das Geld war unter anderem beim Heidefest zusammen gekommen, das die Interessengemeinschaft immer im August zusammen mit Wanderungen durch die Heide anbietet. Auch das Unternehmen Eon Mitte Vertrieb signalisierte diese Woche Interesse: Geschäftsführer Ulrich Fischer übergab den Verantwortlichen 1500 Euro für die Erweiterung. Das Geld war bei einem Sponsorenradeln anlässlich eines Brauereifestes zusammen gekommen.

Tierische Unterstützung erhält die Heide regelmäßig von einer Schafherde, die Hubertus Dissen aus Kassel regelmäßig nach Vockerode-Dinkelberg führt. Wie bei der alten Hutewirtschaft fressen die Tiere sich durch Büsche und halten laut Interessengemeinschaft auf diese Weise die Heide offen. Vereinsmitglieder schneiden dann noch viele Ecken von Hand frei, so dass die Pflanzen Platz zum Aufblühen bekommen.

Libellen und Schmetterlinge

Und wo die Pflanzen blühen, sind auch seltene Tiere nicht fern: Zu Hause fühlen sich in der Wacholderheide laut Lenz seltene Arten von Schmetterlingen, Libellen, Heuschrecken und viele Arten mehr.

Von Lorenz Grugel

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