314.01.1014.01.10|Melsungen|
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Fritzlar. Bis vor kurzem kannten ihn vor allem die Besucher des Jungen Theaters in Göttingen, jetzt ist er jeden Tag im Fernsehen zu sehen - deutschlandweit. Seit dem 10. November 2009 spielt der Fritzlarer Jörg Rohde den wiederkehrenden verlorenen Sohn Ben Roschinski in der RTL-Serie „Alles was zählt“.

So sehen die RTL-Zuschauer Jörg Rohde: Katja (Anna-Katharina Samsel) und die Serienfigur Ben Roschinski in „Alles was zählt“. 2 Fotos: RTL/Kai Schulz/nh
Nach seinem Realschulabschluss an der Ursulinenschule legte Rohde sein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung an der Friedrich-Ebert-Schule ab. Zwei Jahre lang war er bei der Bundeswehr, bis er seine Ausbildung zum Piloten aus gesundheitlichen Gründen abbrach.
Nach dem Besuch der Schauspielschule Kassel bekam er ein Engagement am renommierten Jungen Theater Göttingen. Bis zum vergangenen Sommer war er Ensemble-Mitglied. Über seinen Beruf sagt der 25-Jährige: „Es war schon immer ein Kindheitstraum, Schauspieler zu werden; ob im Film oder am Theater.“
Bis auf einen Kreuzbandriss, den er sich beim Proben auf der Bühne zugezogen hatte, verlief seine Karriere bisher geradlinig „Bei diesem Beruf steht man ständig im Mittelpunkt und im öffentlichen Interesse“, ist sich der neue Serienstar bewusst. Zweifel an seinem Weg, an seiner Arbeit und sich selbst seien ihm nicht fremd, sagt er.
Zu RTL kam Rohde durch ein Casting. Von 200 Bewerbern wurden die fünf Besten, darunter Jörg, zum Studiotest nach Köln eingeladen. „Als klar war, dass ich unter den letzten Zweien bin, habe ich meine Entscheidung recht schnell getroffen, dass Ganze durchzuziehen, wenn es klappt.“
Die Rolle des verlorenen Sohns Ben Roschinski wurde früher von einem anderen Schauspieler gespielt. Deshalb beschäftigte sich Jörg Rohde sorgfältig mit der Vergangenheit der Serienfigur.
Am neuen Arbeitsplatz fühlt der Nordhesse sich wohl. „Das ganze Produktionsteam ist eine Bombentruppe“, erzählt er. Einmal in der Woche gibt es ein Treffen am Fußballstammtisch beim Italiener. Auch trainiert wird häufig gemeinsam.
Das Eintauchen in eine Rolle beim Fernsehen unterscheidet sich nicht sehr von Engagements für das Theater: „Die Herangehensweise an die Rolle selbst ist immer die selbe Arbeit.“ Seinen Text lernt Rohde meistens beim Abwaschen oder bei anderen Arbeiten. Beim Fernsehen habe man viel mehr Zeit die Rolle auszuarbeiten, sagt er.
Seit seinem Umzug nach Köln, wo „Alles was zählt“ gedreht wird, versucht Jörg Rohde jedes zweite Wochenende in seine Heimat nach Fritzlar zu fahren, um nicht ganz so lange auf seine Freunde, seine Familie und seinen Hund verzichten zu müssen. (nh) • Alles was zählt, RTL, montags bis freitags 19.05 Uhr.
Von Tabea Keller
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