Schwalm-Eder. Die Polizei hat keine Anhaltspunkte, dass größere Gruppen junger Einwanderer regelmäßig so gewaltbereit auftreten wie am Wochenende in Gensungen. „Solche Zusammenrottungen sind selten.".
Das sagte Wolfgang Jungnitsch, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel.
Gelegentlich müsse die Polizei eingreifen, wenn jeweils drei, vier Kontrahenten aus verschiedenen Herkunftsgruppen aufeinander losgehen, sagte Jungnitsch. Allerdings sei aus der Polizeistatistik nicht ohne weiteres herauszulesen, ob es sich bei Straftätern jeweils um Einwanderer handele. Wer einen fremd klingenden Namen habe, könne ebenso gut in Nordhessen geboren sein. Und wenn ein Migrationshintergrund nicht unmittelbar relevant für die jeweilige Tat sei, werde er auch nicht gesondert erfasst.
Anders als etwa ein rechtsradikaler Hintergrund: Wenn ein solcher Schläger sein Opfer mit fremdenfeindlichen Parolen traktiere, kann dies laut Jungnitsch als politische Straftat vermerkt werden. Aber: Auch wenn Neonazis prügeln, könne dies als herkömmliche Körperverletzung in der Akte stehen.
Gewaltbereitschaft sei eher eine Frage der sozialen als der ethnischen Herkunft, meint der Polizeisprecher. Allerdings sei Gewalt als Konfliktlösungsmuster in bestimmten Einwanderermilieus verstärkt anzutreffen. Das habe auch mit Erziehung zu tun. (asz)
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