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Melsunger Polizei warnt vor Kaffeefahrt: Anbieter verspricht 1000 Euro

Melsunger Polizei warnt vor Kaffeefahrt: Anbieter verspricht 1000 Euro

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Melsungen. Eine Busfahrt mit Scheckübergabe verspricht ein Schreiben der Niedersächsischen Treuhand dem Melsunger Werner Winzer. Beim Öffnen des Briefes ist ihm klar: „Das ist kein Schnäppchen. Niemand hat Geld zu verschenken.“

Das bestätigt auch die Verbraucherschutzzentrale in Frankfurt. Die richtige Reaktion auf ein solches Schreiben sei: „Ab in den Schredder!“

In dem Brief heißt es: „In der Vergangenheit haben Sie verschiedene Gewinne, Reiseschecks und Werbeprämien von verschiedenen Firmen und Versandhäusern nicht erhalten oder genutzt. Zusammengerechnet ergibt sich ein hoher Betrag, der Ihnen nach §661 a BGB zusteht.“

Winzer hat jedoch niemals an solchen Gewinnspielen teilgenommen oder Lotto gespielt. Die Summe soll er am Donnerstag als Scheck erhalten. Die Übergabe finde an einem unbekannten Ort, einer „Zweigstelle in der Nähe von Melsungen“, statt, heißt es. Für die Hinfahrt stünden kostenlose Verkehrsmittel in Form von Bussen am Busbahnhof zur Verfügung.

Neben der Übergabe des Schecks verspricht die Firma eine Entschädigung für die verspätete Prämienausschüttung: „Herr Winzer erhält kostenlos ein nagelneues mobiles Navigationsgerät.“ Außerdem werde es für ein Frühstück und Mittagessen gesorgt.

Dem Brief ist ein Pseudo-Scheck angehängt, auf dem der angebliche Kontostand dargestellt wird. Im Schreiben heißt es, dass das Konto geschlossen und der Betrag ausgebucht wird, wenn der Scheck nicht am 23. Februar abgeholt wird.

Ein ähnliches Schreiben liegt der Polizeistation im benachbarten Kreis Hersfeld-Rotenburg vor. Die Polizei warnt vor der Fahrt und rät zu höchster Vorsicht.

Solche Kaffeefahrten entpuppen sich meist als Verkaufsprogramm, die Vertreter sind rhetorisch gut ausgebildet und oft würden auch weitere Mitarbeiter des Veranstalters unter das Publikum gemischt, um den Verkauf anzutreiben. Der psychologische Kaufzwang ist hoch.

Der Verbraucherschutzzentrale Frankfurt liegen Fälle vor, in denen es bei Kaufverweigerung sogar zur Nötigung der Teilnehmer gekommen sei. „Menschen werden in Räume eingeschlossen oder es wird gedroht, Personen nicht mehr nach Hause zu fahren, wenn sie nichts kaufen“, erklärt Ute Bitter, Sprecherin der Verbraucherschutzzentrale Frankfurt.

Sollte dies der Fall sein, wird empfohlen, die Polizei zu verständigen.

Von Natalie Schmidt

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