Künstlerisches mit der Kettensäge

Zu Gast in Spangenberg: Hildesheimer Studenten schaffen in den Salzmannhallen Skulpturen für den Kunstwanderweg Ars Natura

Künstlerisches mit der Kettensäge

506.08.1006.08.10|Melsungen|
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Spangenberg. Kettensägen lärmen, Späne fliegen umher. Wer zurzeit die Salzmannhallen in Spangenberg betritt, sollte am besten Schutzkleidung tragen. 17 Studierende der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst haben das Gelände in eine riesige Bildhauerwerkstatt verwandelt. Zehn Tage lang werden sie dort leben und arbeiten. Übernachtet wird auf Feldbetten.

Zwei Materialien: Ole Hemmen arbeitet an einer Skulptur, die eine Kombination aus Holz und Metall sein wird. Dahinter Sandrino Sandinista Sander und Prof. Hans Lamb. Fotos: De Filippo

Zwei Materialien: Ole Hemmen arbeitet an einer Skulptur, die eine Kombination aus Holz und Metall sein wird. Dahinter Sandrino Sandinista Sander und Prof. Hans Lamb. Fotos: De Filippo

Das ungewöhnliche Kunstprojekt ist in Zusammenarbeit mit der Ars-Natura-Stiftung entstanden. Prof. Hans Lamb, der den Kurs an der Hochschule leitet, hat bereits mehrere Werke für den Kunstwanderweg geschaffen. „Uns verbindet eine lange Kunst-Freundschaft“, sagt Sandrino Sandinista Sander, künstlerischer Leiter der Stiftung.

Dass die Studierenden zwei kreative Wochen in Spangenberg verbringen, kommt auch dem Ars Natura zugute. Denn am Ende sollen einige der Skulpturen am Kunstwanderweg aufgestellt werden - die meisten an einer neuen Teilstrecke, die von Hessen nach Thüringen führt und das Thema Wiedervereinigung aufgreift.

Auch die jungen Leute aus Hildesheim, die übrigens allesamt Design studieren, haben sich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und interessante Entwürfe erarbeitet. In Spangenberg wollen sie diese in die Realität umsetzen. Dass das manchmal gar nicht einfach sein wird, lassen die Modelle erahnen, die in einem Regal stehen. Fabienne Wittwer hat eine Installation entworfen, die aus zahlreichen, mehrere Meter hohen Metallstäben besteht. Sie ragen in den Himmel, wiegen sich im Wind. An den Enden befindet sich jeweils eine farbige Holzkugel. „Eine Arbeit in dieser Dimension gibt es bislang noch nicht am Ars Natura“, sagt Sander.

Vor der Halle arbeiten derweil Silke Grimmelmann und Nicole Ehrenfried an einer vier Meter hohen Holzskulptur. Wenn das Werk fertig ist, wird es die Spangenberger Sagenfiguren Kuno und Else zeigen. Bis es soweit ist, liegt allerdings noch viel Arbeit vor den beiden Studentinnen. Die Grundlagen der Bildhauerei haben sie sich erst im vergangenen Semester angeeignet. „Wir haben sogar einen Kettensägenschein gemacht“, erklärt Silke Grimmelmann.

Von Pamela De Filippo

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