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Nach Todesfall auf Fehmarn: Tauchlehrer im Visier der Ermittler

Junge aus Guxhagen starb – 16-Jährige weiter in Lebensgefahr

Nach Todesfall auf Fehmarn: Tauchlehrer im Visier der Ermittler

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Guxhagen/Fehmarn. Nach dem Tauchunfall am Freitag auf Fehmarn, durch den am Samstagabend ein zehnjähriger Junge aus Guxhagen gestorben ist, konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei jetzt auf den 20-jährigen Tauchlehrer. Er war mit der sechs Schnuppertauchern zu einem Tauchgang in der Ostsee aufgebrochen.

Derzeit werde ermittelt, ob alle nötigen Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden, sagte am Montag ein Sprecher der Kripo Lübeck. Dazu befrage die Polizei die beteiligten Tauchschüler und ermittele auch im Umfeld des 20-Jährigen. Ein 16-jähriges Mädchen aus Marburg, das bei dem Tauchgang ebenfalls verunglückte, schwebe noch immer in Lebensgefahr.

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  • Fehmarn: Junge aus Guxhagen (10) stirbt bei Tauchunfall
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Die sichergestellten Lungenautomaten und Sauerstoffflaschen wurden zwecks Untersuchung zum Landeskriminalamt Schleswig-Holstein nach Kiel gebracht. Mit näheren Erkenntnissen zu dem Fall sei erst in einigen Tagen zu rechnen, sagte der Polizeisprecher: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Nach HNA-Informationen soll es sich um einen Schnuppertauchkurs gehandelt haben, zu dem sich die Gruppe gut 50 Meter vom Strand entfernt in 2,50 Metern Wassertiefe aufhielt. Für solche Angebote wirbt die Tauchschule auf ihrer Internetseite: „Ab acht Jahren bist du dabei.“ Nach bisherigen Erkenntnissen war der 20-jährige Tauchlehrer allein mit sechs Schülern unter Wasser gewesen. Dass eine einzige Person so eine Gruppe im offenen Meer beaufsichtigen kann, hält Andreas Vogt, Einsatztaucher und Vizevorsitzender der DLRG Guxhagen/Melsungen, für unmöglich: „Im trüben Wasser kann man kaum alle Taucher im Auge behalten.“ Erst nach 20 Minuten war der Zehnjährige aus Guxhagen leblos im Wasser treibend entdeckt worden.

Die Tauchschule aus Wulfen auf Fehmarn eklärte, sie sei von dem Vorfall tief betroffen. Nähere Angaben dazu machte sie allerdings nicht.

Von Axel Schwarz und Pamela De Filippo

Hintergrund: Tauch-Experten kritisieren Schnupperkurse

Als risikoreich bezeichnet Andreas Vogt, Einsatztaucher und stellvertretender Vorsitzender der DLRG Guxhagen/Melsungen, die Ferientauchkurse, die in Urlaubsorten angeboten werden. „Eine Tauchausbildung dauert normalerweise mehrere Monate, in Ferien-Schulen gibt es den Schnellkurs in wenigen Tagen“, sagt er. Vor dem ersten Tauchgang bekämen die Schüler meist nur eine grobe Einweisung, und die reiche bei weitem nicht aus. Für ungeübte Taucher gebe es zudem viele Gefahren. Vom falschen Atmen bis zum Kreislaufkollaps bei heißem Wetter. Bei Anfängern müsse der Tauchlehrer deshalb besonders aufmerksam sein. Bei einer Gruppe von sechs Personen sei das für eine einzige Person allerdings kaum zu schaffen, sagt Vogt. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.“

Es gebe kein Gesetz, das vorschreibe, wie viele Tauchschüler auf einen Lehrer kommen sollten, erklärt Natascha Schwagerus vom Verband Deutscher Sporttaucher. „Aber gerade bei Kindern gibt es Richtlinien, die ein Eins-zu-eins-Verhältnis empfehlen.“ Was die Unglücksursache betrifft, kann die Expertin nur spekulieren. „Es kann eine Panikattacke der Kinder gewesen sein oder an technischen Problemen gelegen haben. Die Informationen, die ich dazu habe, sind viel zu ungenau.“ In einem Punkt ist sich Schwagerus aber sicher: „Dieses Unglück hätte nicht passieren dürfen.“ (fil)

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