Schwalm-Eder. Ein so großer Auftrieb von Schlägertypen wie bei dem knapp verhinderten Angriff auf Autofans in Gensungen ist neu. „So was war in dieser Form noch nicht da“, sagte am Dienstag Polizeisprecher Reinhard Giesa.
Auch Melanie Klapp fühlte sich „wie im Film“: Die gebürtige Gensungerin und Mitveranstalterin des Autotreffens hatte zu schlichten versucht, als die aggressive Stimmung in Gewalt auszuarten drohte.
Mit einer Gruppe von Autofans ging sie den vier Dutzend Randalierern entgegen, die sich von der Ederbrücke in die Unterführung beim Gensunger Bahnhof begeben hatten. Als sie dort ankam, „flogen mir zwei große Steine rechts und links am Kopf vorbei“, berichtete die 29-Jährige.
Die Unbekannten hätten wüste Beschimpfungen ausgestoßen, etwa 15 Mann hätten mit Zaunlatten, die sie an einem nahen Grundstück abgerissen hatten, gegen die Tunnelwände getrommelt. Sie habe Angst gehabt, schilderte Melanie Klapp, doch ihre Ortskenntnis verlieh ihr offenbar Entschlossenheit: „Wir hatten ja Verantwortung für die Besucher unseres Treffens.“
Dann kam die Polizei und machte dem Spuk ein Ende. Die Randalierer hätten es offenbar darauf angelegt, ihre Kontrahenten in die Unterführung zu locken, glaubt die 29-Jährige: „Wenn wir da reingegangen wären, hätten wir verloren.“
Die Veranstalter hätten die drohende Gefahr rechtzeitig erkannt, sagte Polizeisprecher Giesa: „Häufig werden wir erst informiert, wenn bereits die Fäuste fliegen.“ Im Nachhinein sei es für die Beamten oft ein Problem, die Urheber der Gewalt zu ermitteln; etwa bei Kirmesschlägereien. „Dann will keiner etwas gesehen haben.“
Giesas Rat für Fest-Organisatoren, wenn es riskant wird: Nicht mitprügeln, Angegriffene aus der Gefahrenzone bringen, „ohne sich selbst als Opfer anzubieten“. Und wer Verantwortung trage, der solle besser nüchtern bleiben.
Von Axel Schwarz
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