Felsberg. Die 40 bis 50 Jugendlichen, die am Sonntag beim Autoklub-Treffen in Felsberg-Gensungen randalierten, haben sich nach Einschätzung der Polizei zuvor telefonisch verabredet und organisiert. Es handelte sich, wie berichtet, um Einwanderer aus verschiedenen Nationen.
Das Verabreden per Telefon zu kriminellen Handlungen hat aber nichts mit dem so genannten Flashmob zu tun. In der Diskussionsdynamik, die sich nach der verhinderten Massenschlägerei entwickelte, war schnell von diesem Begriff die Rede. Beim Flashmob geht es aber nach Angaben von Kriminaloberrat Wolfgang Jungnitsch von der Kasseler Polizei nicht um kriminelle Handlungen im klassischen Sinne.
Flashmobber verabreden sich per Internet zu spontanen Ansammlungen, um auf ihre Art Scherze zu treiben. Jungnitsch: „Das sind Spaßvögel, die nichts besseres zu tun haben und ein bisschen auf den Putz hausen wollen“. Sie kennen sich meist nicht untereinander und wollen einfach ungewöhnliche Dinge tun.
Das wird sicher nicht jedermann lustig finden, die Flashmobber begehen aber keine Straf- und Gewalttaten. Ein Beispiel: Über 100 Leute verabreden sich, um gleichzeitig in einem Fast-Food-Restaurant einen Cheeseburger zu bestellen und damit das Lokal lahmzulegen. Das hat es im vergangenen Sommer in Kassel gegeben. Dabei wurden 600 Burger auf einen Streich geordert. Oder 200 Menschen organisieren sich über soziale Netzwerke, um in ein Kino zu gehen, das nur 100 Plätze hat.
Die Polizei wird nur aktiv, wenn es durch größere Menschengruppen Verkehrsprobleme geben könnte. Dann werden die Fahrbahnen gesichert.
Obwohl die Ursprungsidee eigentlich unpolitisch war, gibt es mittlerweile auch Flashmobs mit politischem oder wirtschaftlichem Hintergrund. Dabei sollen Botschaften an Zuschauer der Aktionen vermittelt werden.
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