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Melsungen - Kultusministerin zeichnete Gesamtschule in Melsungen aus

Kultusministerin zeichnete Gesamtschule in Melsungen aus

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Melsungen. Praktische Erfahrungen sammeln, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen – die Gesamtschule Melsungen bereitet ihre Schüler auf die Berufswelt vor. Dafür wurde sie nun mit dem „Gütesiegel Berufsorientierung Hessen“ ausgezeichnet.

„Unser Ziel ist es, möglichst viele junge Leute in eine Ausbildung zu vermitteln“, erklärt Volker Wiegand, Schulleiter der Gesamtschule Melsungen. Ziel sei es auch, die individuellen Fähigkeiten der Schüler zu fördern. Das Angebot dazu ist groß: In den so genannten SchuB-Klassen (Schule und Betrieb) bekommen handwerklich geschickte Hauptschüler an zwei Tagen pro Woche praktische Einblicke in Firmen. Die restlichen drei Tage in der Woche gehen sie zur Schule. Warum sollten nicht auch die anderen Hauptschüler frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln? „Deshalb haben wir den Praxistag ab der Jahrgangstufe 8 eingeführt. Hierbei schnuppern die Schüler zwei Jahre lang an einem Tag in der Woche in vier Berufsfelder. Jeweils nach einem halben Jahr wird der Betrieb gewechselt“, erklärt Bernd Schäfer, Haupt- und Realschulzweigleiter.

Berufsorientierende Praxis (BOP) heißt das Motto in Lehrgängen, die die Jugendwerkstatt Felsberg anbietet. In 14 Tagen lernen die Real- und Hauptschüler ebenfalls vier handwerkliche Berufe kennen.

Interessantes entdecken

An einem Nachmittag in der Woche können die Jugendlichen in der 9. Klasse Interessantes im Bereich Logistik und Technik bei der Firma B. Braun in Melsungen entdecken. Der Medizinproduktehersteller und die Arbeitsagentur Kassel finanzieren freiwillige sechsmonatige Praktika. Dafür gibt es ntürlich auch ein Zertifikat. „Das ist eine Chance, die Bewerbungsmappen aufzuwerten“, sagt Schäfer. „Etwa 50 Prozent der Praktikanten werden anschließend in ein Ausbildungsverhältnis übernommen.“ Und genau das ist die Vermittlungstätigkeit, die hinter OloV (siehe Hintergrund) steckt: Die Schüler lernen Betriebe kennen und die Unternehmen potenzielle Bewerber für den Fachkräfte-nachwuchs.

Mit der in Melsungen neuen Hauptschulklasse 10 können gute Hauptschüler und leistungsschwächere Realschüler innerhalb eines Jahres ihren Realschulabschluss absolvieren, ihre Noten dabei verbessern sowie ihre Englischkenntnisse auffrischen. In kleinen Gruppen sei das Lernen nicht nur einfacher, sondern auch effizienter. „Erfolg macht süchtig. Das ist der Schlüssel zur Motivation“, stellt Schulleiter Wiegand fest. „Die Schüler müssen verschiedene Berufe in der Realität erleben und erfühlen. Denn erst dadurch fallen die Entscheidungen.“ Die Jugendlichen werden durch die Berufsorientierung nicht nur auf ihren richtigen Weg gebracht, sie entwickeln auch ihre Persönlichkeit und schaffen Strukturen: „Sie lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben zu organisieren“, betont Schäfer.

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